Rumpelstielzchen

27. März 2006

Also bis grade eben hatte ich ja noch eine … sagen wir mal “andere” Meinung zum Thema Transparency International. Bis vor ein paar Minuten war ich noch der Meinung das Moni vielleicht einfach nur mal den ursprünglichen Text hätte offline stellen und mit den Leuten reden sollen.
Moni hatte halt etwas geschrieben das sie nur vom Hören-Sagen her kannte. Das ist für mich ein sehr grenzwertiger Fall. Da habe ich ein gewisses Verständnis wenn eine Firma oder Organisation darauf drängt das dieser Text verschwindet.

Mein Verständnis hört aber da auf, wo Rumpelstielzchen anfängt sich ein Bein auszureissen. Tja liebe Antikorruptionswächter. So kann man sich auch die wenigen, halbherzigen Sympathien verspielen. Wenn man Rumpelstielzchen als Justiziar einsetzt, darf man sich nicht wundern wenn die halbe Welt über einen lacht. Allerdings ist das wohl eher ein Lachen aus Verzweifelung heraus. Denn das ist nicht mehr peinlich was ihr da veranstalte. Es ist auch nicht lächerlich.
Das was euer Justiziar “Rumpelstielzchen” in eurem Namen da veranstaltet, verschlägt einem die Sprache und treibt die Zornesröte ins Gesicht. Wie dumm und ignorant kann eine komplette Organisation sein? Wie viel Medienecho benötigt es denn bis bei euch mal einer aufwacht und etwas mit bekommt? Noch mehr? Na dann will ich mal mit ein paar Links helfen das ihr evt. etwas von den Quatsch mitbekommt den eurer Justiziar (und Ethikbeauftragter!) da grade veranstaltet.

Um noch mal kurz zusammen zufassen wie man das Kind mit voller Wucht in den Brunnen wirft:
- Jemand schreibt einen Blogeintrag über eure Personalpolitik. Da gibt es noch den einen oder anderen das das auch nicht so prickelnd findet.

- Dann schickt euer Rumpelstielzchen (aka Justiziar, Anwalt, Ethikkasper, what ever) einen bösen Brief. Selbst an diesen Punkt gibt es noch den einen oder anderen Menschen der an diesen Punkt Verständnis hat. Manche Briefe werden einfach überbewertet.

- Die ersten Stimmen werden laut das man die Geschichte für beide Seiten zufriedenstellend aus der Welt schaffen könnte, wenn man nur miteinander reden würde.

- An diesen Punkt ist Rumpelstielzchen aber schon rot angelaufen und hat begonnen sich ein Bein auszureissen.

- Nun dreht Rumpelstielzchen völlig frei und beansprucht für sein “künstlerisches Werk” (E-Mail) ein Urheberrecht.

- Dem nicht genug, fordert Rumpelstielzchen im nächsten Fluch, die Löschung aller Worte.

Könnte mal jemand dem Rumpelstielzchen sagen das er sich soeben jede Chance verbaut hat die Kuh vom Eis zu bekommen? Könnte mal jemand diesen Justiziar zur Nachschulung schicken und ihm sagen das er kein “Urheberrecht” auf seine E-Mails hat. Wenn denn überhaupt, dann hätte er ein allgemeines Persönlichkeitsrecht auf seine E-Mails. Aber Holla! Das trifft nur dann zu, wenn der Inhalt sehr persönlich ist. Ein Liebesbrief zum Beispiel.
Der Schutz trifft aber nicht zu, wenn der Absender eine Botschaft hat die alle interessieren könnte. Und wie soll man bitte schön die Aufforderung, nicht über die Personalpolitik von Transparency International zu berichten, auffassen? Das ist doch eine Botschaft, die sich an alle richtet. Einmal an eine Person geschrieben, stellvertretend an die Öffentlichkeit gerichtet.

Was soll den der Quatsch mit dem Redeverbot? Warum denn alle Beiträge löschen und in Zukunft auch kein Wort mehr darüber verlieren?
Will der Justiziar sich auch für die Zukunft ein sattes Einkommen durch ständiges Abmahnen sichern? Will er zeigen wie toll er andere mundtod machen kann? Ein Anflug von Größenwahnsinn?
Dann am besten gleich mal pauschal eine Abmahnung an alle Zeitungen und andere Medien. Nicht das die irgendwann durch Zufall auch mal über Transparency International berichten und in Schwierigkeiten kommen.
Ich frage mich grade welche Aufgabe dieser Justiziar hat. Soll er Transparency International in die (internationalen) Schlagzeilen bringen und für mehr Aufmerksamkeit sorgen?
Wenn ja, dann ist ihm dies wohl gelungen. Wenn auch nicht so wie er es sich vielleicht vorgestellt hat. Aber wie sagt man so schön? Negative Publicity ist besser als gar keine Publicity. Wobei … wenn man über Transparency International nichts schreiben darf, dann frage ich mich … nein. Das frage ich mich besser nicht. Den diesen Widerspruch wird mir wohl keiner erklären können.

Sorry liebe Transparency International. Wenn ihr solche merkbefreiten Leute beschäftigt und frei rumlaufen lasst, dann seid ihr selber schuld. Ihr braucht niemanden mehr wegen der negativen Publicity abmahnen oder ihnen drohen. Ihr braucht auch nicht mehr darauf zu hoffen das ihr irgendwo Rückhalt findet. Denn das was euer Rumpelstielzchen da grade abzieht, ist noch unterhalb der untersten Schublade.
Ihr hattet eine Chance die Kuh vom Eis zu bekommen, die habt ihr mit viel Trara und Getöse verspielt.

Wenn ihr Transparenz fordert, dann müsst ihr sie auch anderen gewähren. Schmeißt Rumpelstielzchen ihm hohen Bogen raus. Denn der macht genau das Gegenteil von dem was ihr erreichen wollt. So kommt man seinem Ziel keinen Schritt näher.

Ralf

Es existieren 5 Kommentare für diesen Eintrag:

1
Andreas schrieb:

Richtigstellung
Der alte Kampfname des Recken war ‘Der Reserveheld’, nicht Rumpelstielzen, so hört man.

2
Name? Hab ich :-) schrieb:

Der Reserveheld DEFA 1965
http://www.imdb.com/title/tt0058519/

Aus seiner alten Heimat.

3

[...] Etwas ausführlicher ist das Ganze noch mal bei neun12.de nachzulesen.Oder in einem Interview mit der Bloggerin in der netzeitung (das Gleiche bei n24.de) [...]

4

[...] Etwas ausführlicher ist das Ganze noch mal bei neun12.de nachzulesen.Oder in einem Interview mit der Bloggerin in der netzeitung (das Gleiche bei n24.de) [...]

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[...] Anscheinend ist einigen nicht ganz klar, wie man mit Blogs und deren SchreiberInnnen umgehen muss. Ralf hat in seinem Blog (1, 2) die Geschichte mit Moni noch mal ein wenig beleuchtet. [...]