Krass Ströbele

03. Mai 2006

Party, Party über alles. Bier, Schnaps uuuhuund Wein! Danach lasst uns streben, Tag und Nacht bis in alle Ewigkeit

Das ist nun nicht die neue Version der Nationalhymne zur Fußball-WM. Aber wenn ich lese was Hans-Christian Ströbele so manchmal durch den Kopf geht, dann gehe ich mal davon aus das dies Ströbeles Version der Nationalhymne ist. Ströbeles neuester Einfall: Die Nationalhymne wird türkisch. Krass ey!

Angesichts Sarah Connors Brühwurstpanne beim zweiten Eröffnungsspiel in der Münchner Allianz-Arena, fragt man sich doch wie textfest die Deutschländer in Sachen Nationalhymne sind. So manche Ausländer sollen ja angeblich den Text ihrer jeweiligen Nationalhymne kennen und diesen sogar beim öffentlichen Vorspielen der Musik deutlich erkennbar mitsingen.
Natürlich könnte Deutschland da nun eine Vorreiterrolle übernehmen. Wenn man schon den Text nicht im Original kennt, dann übersetzt man ihn am besten in eine andere Sprache. Vielleicht sind die hier ansässigen Ausländer ja textfester und sangeslustiger als die Deutschen. Falls die Türken sich weigern sollten, es gibt da ja noch ein paar andere Nationalitäten.

Vielleicht ist eine rein türkische Übersetzung auch gar nicht so gut. Denn immerhin sprechen die wenigsten der hier geborenen und von zugezogenen Türken abstammenden “Türken”, also die Menschen die Ströbele versucht zu integrieren, noch richtiges Türkisch.
Unsere Nationalhymne besteht ja aus der dritten Strophe des Deutschlandliedes. Was liegt da näher als sich an eine Übersetzung ins Deutsch-Türkische zu versuchen? Das wäre doch ein Kompromiss.

1.
Krasses Land, voll krasses Deutscheland,
Krasser als die Welt, check das aus!
Hoch die Fäuste, Homie! Block das ab
Meine Gang sind meine Brüder, sind immer für mich da
Von Ruhrort bis nach Frankfurt,
Von Hamburg bis nach Istanbul.
Krasses Land, voll krasses Deutscheland,
Krasser als die Welt, check das aus!

2.
Chickas & Checkerbunnys, die respektieren disch,
Bier vom Faß, Rap mit fett viel Bass
Der Sound geht überall, Alder
Mein Hiphop ist fett,
Das macht uns high das ist Porno
Alda, wir checken das for ever.
Chickas & Checkerbunnys, die respektieren disch,
Bier vom Faß, Rap mit fett viel Bass!

3.
Alda, alle zusammen und alle für einen und alles is Porno
Dieser Block ist unsere Heimat!
Check das aus
Meine Homies stehen immer zu mir!
Alda, alle zusammen und alle für einen und alles is Porno
Weisste bescheid, biste Porno. Haste Kohle, biste Checker, weisste.
Voll Porno sind unsere Homies,
Ey voll krass is unser Block!

Wenn wir schon beim Reformieren sind, mir würde die zweite Strophe als neue Hymne in der neuen Version wesentlich besser gefallen. Da lässt sich doch bestimmt auch noch was drehen. Ey Ströbele, dat packste. Mach ma Vorschlag in euer krassen Diskussionsclub…

Na nun auch mal ernsthaft. Wenn ich den Schwall an merkwürdigen Ideen zum Thema Integration, der da unablässig aus Berlin ankommt, sehe, dann wird mir nur noch schlecht. Diesen ganzen Integrations-Theoretikern empfehle ich einfach mal eine Woche Aufenthalt in Duisburg-Marxloh oder Meiderich. Denn es wäre durchaus angebracht das sie das, worüber sie sich da andauernd den Kopf zerbrechen, wenigstens ansatzweise mal kennen lernen.
Die Frage ist doch, wen oder was will Ströbele mit solch unsinnigen Aktionen integrieren? Etwa die Bürger, die mittlerweile in der dritten Generation in Deutschland leben, die ihre “Heimat” nur vom Urlaub her kennen, für die “Türkei” 100m² Gemischtwarenladen an der Ecke ist und die ihre “Muttersprache” so gut beherrschen das sie ihre Großeltern kaum noch richtig verstehen? Oder etwa die Ausländer, die man höchstens noch an ihren Namen als solche erkennt, die fliessend Deutsch sprechen und in manchen Dingen deutscher sind als die Deutschen?
Oder etwa die Ausländer, die seit jahrzehnten in Deutschland leben und selbst “Guten Tag” nur gebrochen hervorbringen. Die ohne einen dollmetschenden Verwandten/Bekannten sich kaum verständlich machen können. Die sich ihre Heimat nach Deutschland geholt haben und gar nichts anderes als das Altbekannte kennen lernen wollen?

Die erste Gruppe, die man ganz gerne mal als Deutsch-Türken bezeichnet, ich weiß nicht wie man sie integrieren soll. Sie sind Deutschland. Vielleicht nicht das Deutschland was man von gestern kennt. Dafür wahrscheinlich das Deutschland wie es morgen sein wird. Ob die Grünen, und insbesondere Herr Ströbele, Angst vor diesen Deutschland haben? Gefällt den Politikern in Berlin nicht was sich seit mindestens einer Generation bereits abzeichnet?
Da klammert man sich in Berlin lieber an alte, bewehrte Werte und beginnt mal, unter Ausschluß der neuen Kulturen/Religionen, eine Wertediskussion. Man kann den Reformstau (in den Köpfen) natürlich auch im Rückwärtsgang abarbeiten. Zurück zu den besseren Zeiten. Zurück in ein fröhlicheres Deutschland. Hoffentlich tritt da einer rechtzeitig auf die Bremse. Ansonsten landen wir am Ende noch im Mittelalter und blasen ein fröhliches Hallali zur Hexenjagd.

Natürlich kann man auch versuchen die zweite Gruppe besser zu integrieren. Nur dazu muss man sie erst einmal erkennen. Das wird aber schwer werden, da sie sehr gut integriert und somit nur schwer erkennbar sind. Ich glaube, diese Gruppe an Ausländern wollte der Herr Ströbele nicht wirklich mit seinen Plänen ansprechen.

Offensichtlich hatte Herr Ströbele die dritte Gruppe im Visier seiner Intergrationspläne. Immerhin sind sie es, die von einer Übersetzung der Nationalhymne wirklich profitieren würden. Endlich würden sie mal verstehen was die meisten Deutschen nicht kennen. Unsere Nationalhymne.
Man muss allerdinsg nicht wirklich weit rechts sein um zu erkennen, dass grade in dieser Gruppe von Ausländern so gut wie gar kein Integrationswille vorhanden ist. Menschen die ein Land nur als Zwischenstation betrachten, denen nichts wichtiger ist als in ihrer Heimat beerdigt zu werden, die pfeifen auf eine fremde Nationalhymne in ihrer Sprache. Menschen die sich selbst nach Jahrzehnten weigern die Sprache ihres Gastlandes zu lernen werden nicht plötzlich jubelnd durch die Straßen ziehen und sich darüber freuen das man sie integrieren will. Menschen die sich bemühen in ihren Gastland nicht nur ein Stück ihrer Heimat zu bewahren, sondern versuchen ihre Heimat hier zu kopieren, werden nicht plötzlich ihre Ansichten, Kultur und Religion über den Haufen werfen und anfangen sich hier wohler zu fühlen nur weil ein paar Gutmenschen versuchen sie zu integrieren.
Das sind Menschen, die nur eins wollen: Nach Hause, in ihre Heimat. Und Deutschland sehen sie nicht als ihre Heimat an. Deutschland ist und bleibt ihnen fremd. Sie wollen gar nicht integriert werden.

Integration ist etwas das man nicht erzwingen kann. Wer sich integrieren will, wird dies auch tun. Man muss weder seine Kultur noch seine Religion ablegen um die Sprache des Landes, in dem man lebt, zu lernen.
Das was den Politikern in Berlin vorschwebt, würde ich mal mit Zwangsintegration bezeichnen. Es ist ein endloser, krampfhafter Versuch alles zu integrieren, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Die Borg könnten nicht besser und gnadenloser Assimilieren.
Wenn Herr Ströbele denn unbedingt ein “Symbol für die Vielsprachigkeit Deutschlands” benötigt, dann kann er sich ja gerne ab sofort Mustafa-Chi-Lin ‘Mohamed’ Pavel-Igor Andreas-Maria Don Ströbele nennen. Damit hätte er auch gleich noch ein paar andere Minderheiten sprachlich abgedeckt. Wir wollen ja schließlich niemanden diskriminieren.

Ralf

Es existiert bisher 1 Kommentar für diesen Eintrag:

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Tom’s Diner gehört ausgezeichnet!…

Scheint er doch der wahrhaftig einzige Bewohner in Klein-Bloggersdorf zu sein, der sich Ströbeles Worte sehr zu Herzen genommen hat. Hut ab! Denn er hat sich die Mühe gemacht, die entsprechende Strophe unserer Nationalhymne in Neu-Sprack zu überset…