WAZ solls?

03. Juli 2006

Ich bin Blogger (naja) und Chefredakteur des Borbecker Stadtanzeigers (nicht wirklich1). Na und?

Wenn DüsseldorferInnen Ausgewanderte im Ruhrpott ChefIn von irgendwas werden, geht das grundsätzlich in die Hose. Fehlentscheidung, definitiv. Egal, die haben genug Geld, die können sich Fehlgriffe leisten.
Klar wird jetzt gejubelt bis den Claqueren der Atem ausgeht. Schließlich ist diue Bussi-Freundin nun Cheffin von irgendwas. Ach wie gut das niemand weiß…

Lustig finde ich z.B. solche Aussagen wie “Die WAZ-Gruppe drängt ins Internet” (WamS). Jetzt erst?
Na ja, könnte man so interpretieren. Jetzt, wo sie doch ein “Blogger-Star” an Bord haben. Da kann man schon mal vergessen das die WAZ im Ruhrgebiet einer der ersten Internetprovider waren. Vor vielen Monden bot die WAZ zum Zeitungsabo einen Internetzugang für 6,– DM/Monat an: “Bereits seit 1996 ist Cityweb als Internet-Service-Provider am Markt aktiv.” (WAZ-Mediengruppe).

Gut, man kann nicht alles wissen. Steht ja auch nicht überall WAZ drauf wo WAZ drin ist. Wenn man dann noch der Meinung ist, die Bild-Zeitung hätte mit 3kommaetwas Millionen Auflage DIE größte Auflage in Deutschland… Blogger glauben halt gerne das, was sie in anderen Blogs lesen.
Wenn sie zum Beipiel in einem Blog lesen das die Holzbrinck-Gruppe mit ihren Blogs eine Bauchlandung gemacht hat weil zuviele Köche den Brei verderben und die Holzbrinck’er sowas von gar keine Ahnung vom Internet haben, dann wird das wohl stimmen.
Und weil die Holzbrincker sowas von gar keine Ahnung haben, sind sie a) diesmal auch wieder indirekt mit im Boot (“Die isa GmbH & Co. KG wurde Ende Januar 2002 durch die Verlage Georg von Holtzbrinck, Dr. Ippen und WAZ Mediengruppe gegründet.“) und haben b) eine Düsseldorferin Auswärtige zur Cheffin vom Ruhrpott gemacht.

Ich sag jetzt mal so, dass geht alles so nicht. Das wird nix. Da sind die falschen Leute an den falschen Hebeln. Alle zusammen. Es reicht halt nicht ein paar “berühmte” Namen an neue Schreibtische zu setzen.
Aber ich halt mich da jetzt auch mal etwas zurück. Manche Claquere klatschen nicht nur bereiwillig in die Hände, ab und zu wollen sie anderen Leuten auch ins Gesicht klatschen. Nicht das noch einer mit seinem Leihwagen vorbei kommt…


1 Genau genommen arbeite ich nicht für den Borbecker Stadtanzeiger. Aber was solls? Es steht in meinem Blog, also wird’s schon stimmen

Ralf

Es existieren 3 Kommentare für diesen Eintrag:

1
Jens schrieb:

Die vermeintliche Rheinländerin stammt aus Wattenscheid bzw. jetzt Bochum. Aber ich glaube nicht, daß der Herkunftsort etwas mit dem Erfolg zu tun hat. Sprich: Dieser Beitrag hier ist etwas einseitig…

2
Don Alphonso schrieb:

Die Geschichte von isa ist übrigens recht amüsant – so stecken da noch Teile des gigantischen Gemeinschaftsprojekts Versum.de drin, in dem alle Verlage aus der Ecke ihr Geld hatten und das den Anzeigenmarkt im Internet revolutionieren sollte, oder auch das für viel Geld gekaufte Ascado.de, ein Marktplatz für Gewerbeimmobilien. Letztlich sind aber DuMont und andere ausgestiegen, also haben die verbliebenen Firmen das ganze allein gestemmt. Auch wenn es teuer war, Immowelt gegen Immoscout zu positionieren. Immowelt ist übrigens eine AG, weil man 2000 geplant hat, im Sommer 2001 an den Neuen Markt zu gehen.

Soviel also zur Behauptung, die WAZ hätte die Fehler der anderen nicht gemacht.

3
Ralf schrieb:

Meine Beiträge sind immer einseitig. Ich hab halt nur eine Meinung. Das ist dafür aber auch meine ganz eigene, ganz persönliche Meinung.

Das mit der Düsseldorferin habe ich in irgend einem Blog oder einer Zeitung mal gelesen. Mittlerweile wird ja dann auch an verschiedenen Stellen auf den Geburtsort Wattenscheid gepocht. Nun gut, ist es halt eine Hamburger Bloggerin mit Migrationshintergrund aus dem Ruhrgebiet.
Ändert aber nichts an der Tatsache das es nicht reicht einen semiberühmten Namen (Zitat: Borchert? Wer isn dat?) und ein semihübsches Gesicht (Zitat: Naja, is ja für ne Zeitung. Nich fürs Fernsehn) anzuheuern und darauf zu hoffen das man mit dem Hinweis “Geboren in Wattenscheid!” was reißen könnte.

Ob die isa GmbH diesmal auch mit von der Partie ist, weiß ich nicht. Wenn man sowas liest, dann sieht es aber nicht unbedingt danach aus als wenn die dabei sind:
Bisher hielten die drei Gesellschafterverlage Georg von Holtzbrinck, Dr. Ippen und die WAZ Mediengruppe die Anteile an der ISA GmbH & Co. KG zu gleichen Teilen. Im neuen Beteiligungsmodell wird dieser Anteil auf 60 Prozent reduziert. Damit stehen interessierten Verlagen bis zu 40 Prozent an der Gesellschaft offen.

Wahrscheinlich wird extra ein Unternehmen/Tochtergesellschaft/Whatever gegründet. Bei 1.9 Milliarden Umsatz tut sowas auch nicht weh. Auf zu neuen Fehlern mit neuen Leuten.