Bodo, Bodo…
04. Juli 2006Wat hasse dir da für Leute an Bord geholt. Wat’n Kruppzeuchs. Ne Bodo, dat wird nich gut gehen. Dat geht inne Hose. Is doch allet wat fürn Kanal watte da machst.
Ach ne Bodo, war dir dat zu heiß inne letzten Tage? Wat machste mit deinen Kunden? Willste die nich mehr? Kannste die nich mehr leiden? Musse jez auch sowat machen wie die annern dat auch alle machen. Hasse zweiten Frühling, oder wat? Willste auch ma hipp sein und so nen schönes Technikding da präsentieren?
Ach Bodo. Da tuste dir jez auch so Beraters an Land ziehn die nich mal die Leute kennen die sie beraten tun. Lässt dir Honich ummen Mund schmieren wie nen kleinet Kind. Biste ganz versessen auf dat Ding watte dir da ausgedacht hast und jez? Kommen die da von ausserhalb, keinen Plan von nix und tun dir erzähln wie die dat machen täten. Und schwupp ham se dich ganz struwelich gemacht mit ihre ganze Wiesionnen.
Ach Mensch Bodo. Erst kauft ihr allet auf wat annen Kiosk rumliecht, dann macht ihr allet zu wat ihr grad gekauft habt. Und immer wieder hasse Ärger anne Backen. Jedesmal von neuem. Und wat lernste da raus? Nix. Und jez bisse ganz versessen auf dein neuet Kind. Neue Besen kehren gut. Aber die alten liegen besser inner Hand.
Da warste jez doch zu lange da drüben in Berlin. Ham’se dir den Kopp ganz struwelich gemacht und nun kommste angeschissen mit deine neue Klöpse. Wärste ma hiergeblieben, dann weisste wat die Leute wolln. Dat watte dir da ausgedacht hast, dat wolln se auf alle Fälle nich.
Tschö Bodo. Nu is dat Fass voll. Dat wird dir dann nich mehr vergeben. Wenne mitte Dickkopp durche Wand musst, dann is dat halt so. Aber beschwer dich nich dat dich nacher keiner mehr lieb hat.
Musst halt mal ab und zu den Kopp anne Luft stecken. Und nich immer nur mitte Heinis von drüben reden tun. Die kaufen dir doch keine Zeitung ab, die wollen nur an deine Penunsen. Echt jez.
Nachtrag:
Wir übersetzen das ganze mal eben: Noten für Reporter/Journalisten.
Das bedeutet: Texte werden nicht mehr objektiv geschrieben, sondern nur noch danach, was die höchsten Klickraten und die besten Bewertungen ergibt. Man könnte das nun indirekten Leistungsdrucke nennen. Man könnte, in Anbetracht der Behauptung man möchte den Fokus weiterhin auf lokale Berichte halten, das ganze Geschwafel auch als absurdes Lügenmärchen bezeichnen. Einerseits schließt die WAZ reihenweise Lokalredaktionen, andereseits wird behauptet die lokalen Berichte würde nicht verloren gehen. Sie würde lediglich ins Internet verlagert werden.
Was geht nicht verloren? Wenn man aus Reportern Blogger macht, die von Journalisten durch die Welt gescheucht werden, dann ist das schon schlimm. Wenn man dann aber auch noch die Lokal-Reporter unter Erfolgsdruck setzt, dann geht das voll in die Hose. Bekommt der Bericht vom Karnickelzüchtertreffen nicht genug Klicks, fliegt er raus oder ans Ende des Internets. Fuck you WAZ!
Keine drei Sätze später wird die Wahrheit dann, wenn auch etwas verschlüsselt, auf den Tisch geknallt:
Im Klartext bedeutet dies: Der Bericht über das Karnickelzüchtertreffen wird keine Chance mehr bekommen weil Klickgeilere Themen gepusht werden. Adieu Lokal-Berichte. Willkommen Kommerz-Journalismus.
Wie man dann noch solche Behauptungen aufstellen kann, kann ich mir nur mit einer absoluten Realitätsferne und bezahlter Arschkriecherei erklären:
Klar holt man unterschiedliche Stimmen ein. Die werden aber nur dann widergegeben, wenn sie a) die Kickgeilheit befriedigen und b) ins Konzept passen. Andererseits werden die unbequemen Stimmen, völlig demokratisch versteht sich, ans Ende des Internets verbannt.
Die WAZ lügt sich ihre schöne neue Online-Welt so zurecht, wie es ihr grade passt. Lokalredaktionen werden geschlossen, Internettagebücher dafür eröffnet. Alles im Zeichen des Fortschritts, ohne jedoch auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden zu achten.
Die Monoploisierung der WAZ erreicht mit dem WAZ-Scheiß Live-Projekt ihren Höhepunkt. Erst wurde alles aufgekauft was nicht bei drei Pleite und vom Markt verschwunden war, dann wurden auch die letzten gewachsenen Strukturen niedergewalzt und nun wird mit viel Trara und Klickibunti-Projekten für den Niedergang der Informationskultur im Ruhrgebiet geworben.
Ja Reitz, du hast schon recht. Das wird ein ganz großes Ding. Für die WAZ. Das wird das ganz große Abholzding, quasi der finale Todesstoß für die Informationsvielfalt. WAZ Live ist der Endsieg im Medienbereich. Gewinner sind die Aktionäre der WAZ-Mediengruppe. Verlierer die Kunden und Leser.
Aber wenn der Kack-Reitz meint er würde da was ganz tolles neues voll beliebtes undbedingt benötigtes zusammenschwuchteln, dann wird er mit seinen Visionen ganz tief fallen. Alternativ vor einer ganz dicken Mauer landen.
Und genau das wünsche ich allen Beteiligten: Einen möglichst harten Aufprall in der Realität. Lehnt euch mal richtig weit raus aus euren Elfenbeinturmfensterchen. So weit, bis ihr raus fallt und unten aufknallt.
Na ja, wer für Gogga-Gola die Finger breit macht, der ist halt für jeden anderen Scheiß auch zu haben. Da isset nich schade drum. Echt nich.
1 Quelle: So ne Labertasche von Ausserhalb


JanSchmidt: “dem Treffen bekanntzugeben und anschließend über die Blogosphäre auch in andere Medien zu tragen. ”
Und welcher Masterplan steckt dahinter, Informationen in die Blogosphäre zu geben, um sie dann in die anderen Medien zu tragen? Ne einfache Pressemeldung haette doch auch gelangt, oder? *lacht*
Da bei mir beim Pingen und Tracken zur Zeit immer so ein komsicher “Rattenschwanz” mitgeliefert wird, nun mal händisch:
http://www.martina-kausch.de/?p=1175 (vom 13.6.2006)
Die Idee, die Leserschaft mit ihren Beiträgen als “dritte Säule” einzubinden, ist nicht so ganz neu. Murdoch hat’s auch schon begonnen…
@Jan: Ich glaube euer Long-Tail drückt etwas arg auf die Hirnrinde, kann das sein???
In-House-Verantwortliche??? In Da House is der DJ für die Mukke verantwortlich.
Entweder du gehst mal raus, schnappst etwas Luft und besuchst einen Deutschkurs an der VHS. Oder du gehst weiterhin das extreme Risiko ein nicht verstanden zu werden. Und genau das ist der Punkt wo ich z.B. dich als absolute Fehlbesetzung sehe.
Du kannst dich nicht mal halbwegs verständlich ausdrücken, willst den Leuten aber was aufs Auge drücken das sie u.U. gar nicht haben wollen.
Aber In Da House da Rockt Da Blog, gell!?
Davon mal abgesehen, beziehe ich mich u.a. auf die offizielle Version der WAZ. Und da wird kein In-House-Verantwortlicher auch nur ansatzweise erwähnt. Ich meine übrigens nicht Bodo & Ulli, die Mega-In-Da-House-Verantwortlichen. Sondern die In-Da-House-Putze bis hin zu den Kaffeeköchen und Schreib-Sklaven. Denn die sind es letztenendes die es wirklich betrifft. Doch die sind es auch, über deren Köpfe hinweg entschieden wird. Dabei war es doch eine soooo offene Diskussion. Vielleicht lag es aber auch daran, dass es eine Strategische Diskussion war. Quasi Risiko für Medienmogule.
@Jens:
WAZ-Artikel
Die WAZ ist allerdings derzeit so offen für Leser, dass sie im Online-Angebot erst Namen und Adresse wissen wollen bevor man da was lesen kann. Sonst hätte ich den Artikel schon früher verlinkt. Also erst anmelden, sich nackich ausziehen und dann lesen was eh schon die Spatzen von den Dächern pfeiffen.
Ah, der Server klappt wieder!
Danke für die URL – die Anmeldung ist für mich kein Problem, war dort schon angemeldet.
Liebe Blogger,
die Naivität, mit der Ihr hier über die neue “WAZ-online-Welt” diskutiert, ist wirklich erschreckend.:
Natürlich sind Lyssa und ihr kleiner Fanclub bei diesem so genannten Strategie-Gipfel instrumentalisiert worden. Natürlich hat man sich von den “Experten” (wie vorbesprochen) pseudo-öffentlich alles das noch einmal erzählen lassen, was man (Hombach/Reitz) für die Kommunikation des Projektes im eigenen Haus benötigt. Natürlich hat Lyssa (brav dem Rat aus dem Hause WAZ folgend) inzwichen ihre Lounge von allem gereinigt, was für Anstoß sorgen könnte u.a. bei den Gesellschaftern der WAZ, die bisher für dieses Projekt noch keinen Euro bewilligt haben. Und natürlich haben diese Gesellschafter dann auch dafür gesorgt, dass K.B. nach nur einem Tag wieder aus dem WAZ-Impressum verschwunden war.
Diese “Natürlich”-Kette könnte man hier noch lange stricken, aber Ihr, liebe Blogger, seid weit mehr an Euch selbst denn an Fakten interessiert.
In diesem Sinne noch viel Spaß
ruhrporter
Na ja lieber Ruhrporter,
so naiv sehe ich die Diskussion eigentlich nicht. Zumindest Don Alphonso als auch ich haben doch recht deutlich Stellung bezogen. Dazu kommen einige Kommentatoren die sowohl hier als auch an der Blogbar ebenso klar Stellung bezogen haben.
Du hast da leider keine Reihe von Fakten, sondern eine Reihe von Vermutungen aufgezählt. Oder gibt es dafür Belege?
Ich mein, kannst du z.B. es belegen das es die Eigner waren die dafür sorgten das Die Borchert wieder aus dem Impressum geflogen ist? So lange dein Name nicht Brost oder Funke ist, bleibt es wohl eine Vermutung. Selbst wenn so etwas noch so merkwürdig ist, es hätte auch andere Gründe, z.B. technische, haben können.
Wenn man hier schon mit einer Telekomm-IP aufschlägt, dann sollte man Vermutungen nicht als Fakten verkaufen. Vor allem ist es nicht nötig den Kommentatoren, bzw. Blogger als solche, Egozentrik zu unterstellen.
Deine Kollegen, sofern du denn bei der WAZ arbeitest und mehr wissen könntest als alle anderen, waren da schon mutiger.
@Ralf:
Selbst wenn so etwas noch so merkwürdig ist, es hätte auch andere Gründe, z.B. technische, haben können.
… oder schlicht den faktischen, daß imho das ganze doch erst am 1.8. beginnt.
Hallo Ralf,
zur Impressums-Posse nur noch dies: Mit den berühmten “technischen Gründen” kann eine Zeitung heute nichts mehr oder jedenfalls fast nichts mehr entschuldigen. Auch die WAZ wird schon lange im Ganzseitenumbruch erstellt. Das Impressum wird als fertiger Block von einer Musterseite ins Layout gezogen; und wenn dies Impressum an dem einen Tag so und am nächsten Tag wieder anders aussieht, dann hat das inhaltliche Gründe – sprich: die Änderung vom Vortag ist auf Anweisung wieder rückgängig gemacht worden. Änderungen im Impressum sind allein Sache des Chefredakteurs, dem allenfalls die Geschäftsführer – bei der WAZ-Gruppe derzeit 3 – auf die Finger klopfen können. Und wenn einer der Geschäftsführer in Personalunion auch noch Gesellschafter ist, dann kann es eben vorkommen, dass auch ein allmächtig scheinender Chefredakteur an seine Grenzen stößt.
Diese kleine Impressums-Anekdote hat übrigens eine sehr viel größere Signalwirkung als mancher wahrhaben möchte. Die darin steckende Botschaft lautet: Nichts gegen neue Ideen, im Gegenteil. Aber ob aus der Idee ein konkretes Projekt wird, das bedarf dann eben doch einer gründlichen Entscheidung. Und zu dieser Entscheidung gehört das Rechnen. Das Rechnen im Hause WAZ hat – bezogen auf das Projekt WestEins und die damit im Zusammenhang stehende Schließung der Lokalredaktionen – gerade erst begonnen. Glaube niemand, das Ergebnis stehe schon fest und könne bereits verkündet werden – siehe Impressum.
Hallo ruhrporter,
mir ist letztens auch nen Baum vors Auto gehüpft. Die elende Mistkarre hatte einfach nicht gebremst.
Technische Fehler als solche dürften verdammt selten sein. Den derjenige der die Technik erfindet und bedient, macht auch die Fehler. Und das ist nun einmal der Mensch. Von daher dürfte jeder “technischer Fehler” nur die nette Umschreibung für irgend einen Blödmann sein, der zu unterbemittelt ist um die richtigen Knöpfe zu drücken. Zur Not war der Praktikant halt schuld.
Ich bin nicht davon ausgegangen das einer der WAZ-Chefs das Impressum selber tippt. Sondern das er jemanden ein neues Impressum in die Hand drückt und derjenige das dann in den PC hackt. Da braucht es nur eine kleine Kommunikationslücke um aus dem 1.8. den 1.7 zu machen. Schon tippt da einer wild drauf los weil er der Meinung ist da müsse mal eben das Impressum nachträglich geändert werden.
Ich würde dem Impressums-Patzer nicht so viel Gewicht beimessen. Denn der Vertrag gilt ja offiziell erst ab 1.8. (etwas Gegenteiliges ist mir derzeit nicht bekannt). Jemanden vorher ins Impressum zu schreiben macht da eher wenig Sinn. Zumal das Impressum nicht wirklich die Seite ist, die in einer Zeitung als erstes gelesen wird.
Selbst wenn da Absicht dahinter steckt, z.B. um irgendjemanden deutlich zu machen das Die Borchert tatsächlich bald bei der WAZ arbeitet, macht es immer noch nicht viel Sinn. Denn wozu jemanden “irrtümlich” mit Absicht ins Impressum schreiben, wenn der Vertrag eh schon unterzeichnet und bekanntgegeben ist?
Derzeit würde mich vielmehr die Begründung für diese Personalentscheidung interessieren. Denn mittlerweile scheine ja nicht nur ich arge Zweifel an den Qualifikationen zu haben.
Hallo Ralf,
die Diskussion um das Impressum ist wirklich nicht von zentraler Bedeutung. Aber sie macht eines deutlich: Es ist längst nicht entschieden, was da als beschlossen verkündet wurde.
Fakt ist: An genau einem Tag wurde K.B. als stellvertretende Chefredakteurin – nicht als online-Chefredakteurin – im Impressum der WAZ geführt. Am Tag darauf gab es diesen Eintrag nicht mehr, aber dafür eine (nicht ganz freiwillig verfasste) Hausmitteilung von Bodo Hombach: Eine Ernennung von Frau B. zur stellvertretenden WAZ-Chefredakteurin ist nicht vorgesehen.
Das dazu, was nichts zu tun hat mit der Einstellung von K.B. als online-Chefredakteurin zum 1. August. Dieser Job ist allerdings – bei allem Respekt – einige Nummern kleiner als die eigenmächtig von U. Reitz vorgenommene Beförderung im Impressum.
Ob K.B. die erforderlichen Qualifikationen mitbringt oder nicht – man wird sehen. Dass sie im Internet jetzt schon Honorarfragen für Blogger diskutiert, aber auf der anderen Seite noch gar kein Budget steht, dass sie sich überhaupt zum neuen Job öffentlich äußert – das ist schon für sich alles recht erstaunlich.
Aber auch das sind Nebensächlichkeiten. Im Kern stellt sich doch eine ganz andere Frage, nämlich: Was treibt die WAZ, wenn nicht erstens der egomanische Ehrgeiz von U.R. zweitens ein Deal mit RN und Bauer, 7 Redaktionen zu schließen, um sie mit etwas zu “ersetzen”, was kein Ersatz sein kann?
Es ist ja wohl nicht untypisch, dass die Bloggs auf der Homepage der WAZ – übrigens auch der Blogg zur “neuen” WAZ – so gut wie gar keine Resonanz auslösen. Es ist eben so, dass die Leser der bald nicht mehr bestehenden Lokalteile zum allergrößten Teil nicht im Internet unterwegs sind und den anderen Usern der WAZ-Homepage geht das Thema am A…. vorbei.
Die Klickzahlen steigen nicht, aber die Auflage sinkt – man kann sich die User und Leser eben nicht schnitzen, sondern muss auf ihre Erwartungen eingehen; und die sind sehr real und eben nicht virtuell.
Also die Bezeichnung “stellvertretende Chefredakteurin” stand und steht schon seit einiger zeit an vielen Orten im Raum. Sogar in der WAZ selber.
Leider ist der Artikel nicht mehr bei der WAZ online, oder ich habe es woanders gelesen. Aber angeblich sollte ein ausreichender Etat vorhanden sein. Es sollen sogar Chefredakteure anderer Zeitungen der WAZ-Gruppe auf Geld und Personal zugunsten Borcherts verzichtet haben.
Zwischen stellvertretende Chefredakteurin und Online-Chefredakteurin sind nicht nur ein paar Nummern, da ist ein himmelweiter Unterschied. Stimmt das was du da schreibst, wäre die Diskussion die sich in den letzten Wochen entfacht hat, arg übertrieben gewesen.
Von daher finde ich es schon erstaunlich das man die Gerüchteküche hat so brodeln lassen. Auf der anderen Seite, schlechte Kritik ist immer noch besser als gar nicht erwähnt zu werden. So gesehen haben die Blogger der WAZ und ihren Online-Plänen eine enorme Publizity gegeben.
Der Schuß, wenn es denn ein geplanter/gewollter gewesen ist, kann aber sehr schnell sehr heftig nach hinten los gehen. Und zwar dann, wenn die derzeit doch sehr hohen Erwartungen nicht erfüllt werden.
Die Finanzierung des Projektes habe ich hier, in einen Kommentar, auch schon mal angesprochen. Opinio ist ein schönes Beispiel wie ein solches Projekt langsam aber gründlich in die Hose gehen kann. Ob man das Projekt mit Werbung bzw. Premium-Accountzs finanzieren kann, ist ebenso fraglich. Dieses Thema, genauso wie die Schließung der Lokal-Redaktionen, wurde aber schon mehrfach angesprochen.
“Es sollen sogar Chefredakteure anderer Zeitungen der WAZ-Gruppe auf Geld und Personal zugunsten Borcherts verzichtet haben.”
Auch eine nette Geschichte, die allerdings kaum mehr als ein Körnchen Wahrheit hat. Richtig ist, dass bisher die NRW-Zeitungen der WAZ-Gruppe, also WAZ und NRZ und WR und WP, jeweils einen eigenen Internet-Auftritt hatten, betreut vom hauseigenen Dienstleister Cityweb. Für die publizistische Vielfalt im Lande war dies Nebeneinander-Angebot eine gute Sache – war!!!
Der Versuch der 3 Chefredakteure, bei der Geschäftsführung (Hombach) Gleichbehandlung gegenüber der WAZ zu erreichen, war dann in der Tat der Schuss, der nach hinten losging.
Hombach: “Entweder ein gemeinsamer Auftritt (unter Federführung der WAZ) oder es bleibt (für die drei anderen Titel) bei der Sparflamme wie gehabt – wenn überhaupt.”
Mit der Pistole auf der Brust zogen Reitz-Freund Schrotthofer (WR), Hombach-Freund Kiessler (NRZ) und schließlich auch Einzelkämpfer Zapp (WP) die Fahnen ein und fügten sich den Wünchen von Hombach und Reitz.
Zum Dank wurden sie zum so genannten “Strategie-Gipfel” erst gar nicht eingeladen, um aber hinterher lesen zu dürfen, sie würden Personal und Budget für das neue “WestEins” zur Verfügung stellen.
Auf Nachfrage wurde ihnen kühl mitgeteilt, dies sei doch die logische Konsequenz. Denn wo es künftig nur noch eine statt bisher 4 online-Redaktionen gibt, können alle Mittel (Personal- und Sachkosten) der drei dann ehemaligen online-Redaktionen voll in “WestEins” investiert werden.
An der Personalie K.B. sind diese drei Chefredakteure natürlich nicht beteiligt worden. Warum auch?
Also dafür das Schrotthofer erst gar nicht eingeladen war, nebenbei auch noch den Online-Auftritt seiner Zeitung einbüßen wird, Personal&Geld abdrücken soll und das auch noch alles mit der Pistole auf der Brust, ist er aber, laut WamS, schwer begeistert von dem Projekt.
Um nicht zu sagen, so begeistert, dass es teilweise seine eigene Idee war:
Klaus Schrotthofer, Chefredakteur der “Westfälischen Rundschau”, bestätigt den Coup – und ist ein halbes Jahr vor dem geplanten Start der Ruhrgebiets-Plattform sicher: “Das wird spektakulär.” In dem Online-Netzwerk sollen alle vier Ruhrgebietszeitungen des Konzerns unterkommen. Neben Schrotthofer gilt WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz als maßgeblicher Ideengeber.
Aber auch die TAZ sieht Schrotthofer als Übeltäter:
Zum Beispiel haben sich Klaus Schrotthofer, Chefredakteur der “Westfälischen Rundschau†und WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz zusammengesetzt und sich offenbar überlegt, wie sie jetzt mal offensiv die Sache mit dem Internet angehen könnten.
Nun würde es mich schon interessieren wo du deine Infos beziehst. Denn die sagen immer genau das Gegenteil von dem aus, was man an allen Ecken und Enden lesen kann.
Zwischen der offiziellen Sprachregelung und den tatsächlichen Fakten besteht ja nicht selten eine erhebliche inhaltliche Differenz; und das Gebrumsel in den gedruckten Medien ist – jedenfalls in eigener Sache – oft das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wird.
Wir könnten jetzt hier sehr lange WamS und TAZ und noch viele andere Blätter zitieren, aber es ändert nichts am Ablauf, sowie er jedenfalls geplant ist. Und das bedeutet auf Schrotthofer bezogen:
Die WR wird keinen eigenen online-Auftritt mehr haben, das Budget ihres bisherigen Auftritts wird auf “WestEins” verlagert, Reitz wird “Chairman” von “WestEins” und Schrotthofer darf sich – wie die anderen Chefredakteure – hinter Reitz einreihen, also die Chefredakteure von WR, die NRZ und die WP als Offiziere von Kapitän Reitz.
“Pistole auf der Brust” – das Bild meint übrigens auch die Ausgangslage von Schrotthofer. Der aktuelle Auflagenverlust seiner WR (knapp über 7%) ist so hoch wie seit 30 Jahren nicht. Damals, Mitte der 70-er Jahre, liefen die Leser in Scharen davon, weil die WR von der WAZ geschluckt worden war. Böse für Schrotthofer, dass die aktuell schlechten Zahlen zeitlich mit dem von ihm verantworteten Relaunch der WR korrespondieren. Da kommt natürlich die online-Diskussion – auch als Ablenkungsmanöver – genau passend. Bis denn jemand merkt, dass das eine Thema nur sehr sehr mittelbar etwas mit dem anderen Thema zu tun hat…
Lyssa, WAZ, WestEins, Merkel & Blogs: Viel Lärm um nichts…
Eigentlich sollte dieser Beitrag schon vor einigen Tagen veröffentlicht werden – aber aus Zeitgründen kam ich leider nicht dazu. Besser spät als nie – daher jetzt:
Das was in den letzten Tagen und Wochen in einzelnen Blogs rund um Kathar…