Visionen und Versprechungen
06. Juli 2006Bei meinem recht heiß diskutiertem Beitrag zum neuen Portal der WAZ ist so einiges aufgekocht und schnell dahingesagt worden. Mit Sicherheit gibt es im Beitrag und in den Kommentaren so einige Fehler (ich meine jetzt keine Rechtschrieb- oder Grammatikfehler), Ungereimtheiten, vage Vermutungen, falsche Tatsachen (Wattenscheißd, nicht Dusseldorf!) und vielleicht auch den einen oder anderen persönlichen Angriff.
Tja, so ist das nun einmal. Das ist halt Bloggen.
Wenn ich mir das ganze Pro und Contra dieser Diskussion anschaue, dann kommen bei mir immer mehr Fragen auf als das welche geklärt werden würden. Da wären zum Beispiel:
- Wäre so eine Diskussion bei Westeins auch möglich?
- Was ist so neu an Westeins?
- Warum die Borchert und nicht jemand anderes?
- Warum wurden 2/3 der Beteiligten (Hauseigene Redakteure/Journalisten und die Öffentlichkeit) von den “offenen” strategischen Diskussionen ausgeschlossen?
- Steckt mehr hinter dem verstärktem Engagement der WAZ im Internet. Oder ist das alles nur Verschwörungstheorie?
Ich denke die erste Frage habe ich (mir selber) in Teilen schon im Beitrag Alte Zöpfe beantwortet. Und die eindeutige Antwort ist ein klares Nein. Auf jeder Plattform die dem Benutzer die Möglichkeit zur Diskussion bietet wird es auch ab und zu mal die eine oder andere kritische Stimme geben. Doch ich denke nicht das die WAZ eine derart kontroverse Diskussion zulassen würde. Die WAZ ist ein Unternehmen das in erster Linie an ihren Umsatz denken muss. Von daher ist es schon ausgeschlossen das geäußerte Kritik zu hart werden darf.
Mit oder ohne WEB2.0, der Content- und Diskussionsfilter würde eine solche Diskussion am Schlawittchen packen und raus werfen. Die WAZ wird bei Westeins definitiv keine Zustände wie im Heise-Forum dulden. Dazu ist der Medienkonzern dann doch zu konservativ.
Oder haben die Strategen aus dem Gelben Saal auch über diesen Punkt diskutiert? Gibt es schon erste Pläne für die Krisen-PR? Die meisten Diskussionsplattformen erlebten ihren ersten Gau genau dann, wenn ein paar Insider auspackten. Entweder auf der Diskussionsplattform selber. Oder auf anderen Internetseiten. Das Projekt Westeins bietet genug Sprengstoff, nicht zuletzt wegen der Gefahr das ein paar verärgerter Redakteure/Journalisten ggf. unter falschen Namen ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.
Natürlich kann man vor dem Start von Westeins ein großes Ausmisten im Schweinestall veranstalten. Es bleibt aber fraglich ob man damit erreicht was man erreichen will. Denn entweder man entsorgt alle unbequemen Personen via Rauswurf. Dann hat man sie da wo man sie am wenigsten gebrauchen kann. Außerhalb des eigenen Einflussbereiches. Oder aber man trimmt alle beteiligten in “Semiaren” auf Linie. Wer nicht mitzieht, fliegt raus. Nun gut, da wäre der direkte Rauswurf natürlich einfacher und schneller. Aber auch etwas unschöner. Mit der Seminar-Lösung kann man dann wenigstens behaupten der oder die hätte nicht mitmachen wollen und wäre jetzt nur verärgert.
Also die Seminar-Lösung. Hof Borchert wird zum Umerziehungslager für renitente Redakteure und Offlineschreiber. Im Pflichtprogramm: Täglich ein Podcast, ein Vidcast und zehn Beiträge. Das ganze 8 Wochen lang bei Wasser und RSS-Feed bis die Gehirnwäsche abgeschlossen ist. Fehlt nur das in Eisen gegossene Motto über dem Tor: Bloggen macht frei.
Das war jetzt ganz böse Realsatire, ich geb’s zu und entschuldige mich ja schon. Aber wie stellen die “Experten” sich das vor? Redakteure die morgens mit der Tastatur zum Blog geprügelt werden damit sie fleißig bloggen? Ist dieser Versuch nicht schon bei anderen Zeitungen jämmerlich gescheitert? Aber vielleicht hat die WAZ da ja noch ein Ass im Ärmel: Die neue Online-Chefin, intern Peitschen-Borchert genannt. Das dürfte es wohl gewesen sein was den anderen Zeitungs-Amateuren gefehlt hat. Eine Domina die mit schlagkräftigen Argumenten ihre Schreib-Sklaven davon überzeugt, dass Bloggen ihr einziger Ausweg ist auch in Zukunft noch ihr täglich Brot zu verdienen. Bei der WAZ arbeiten halt Profis, die wissen was (und wie es) geht. Und wer sich von Gewaltmaßnahmen nicht beeindrucken lässt (manch WAZ-Redakteur ist in den letzten Jahren ein verdammt dickes Fell gewachsen), der wird bis zur Bewusstlosigkeit mit Visionen und Versprechen zugeschüttet.
Vielleicht hofft man aber auch darauf das die in die Online-Redaktion verschleppten Redakteure derart dankbar für ihre Verschleppung sind, dass sie den ganzen Tag lang fröhlich singend und tanzend Kaffee für die Peitschen-Borchert kochen. Egal wie es ist, ich freu mich schon darauf wenn der erste unzufriedene Redakteur auf der total offenen, total vernetzten und total communitisierten Plattform Westeins seinem Frust Luft verschafft. Und wenn nicht da, dann im eigenen Blog.
Andererseits bin ich darauf gespannt wie man solch schlummernden Sprengstoff im eigenen Haus unter Kontrolle halten will. Wahrscheinlich darf sich die Boo-Company in Zukunft über einen vermehrten Zulauf an neuen Sentinels erfreuen. Denn im Hause Westeins sind kritische Stimmen fehl am Platz. Da darf nur gejubelt und beklatscht werden.
Kommen wir zu den Neuerungen von Westeins. Also in Zukunft wird die Zeitung nicht mehr nur von Journalisten und Redakteuren gemacht, sondern von einer Online-Redaktion, Print-Redakteuren und den Lesern (Bürgerjournalisten, ohje!) selber. Ist ja schon mal was.
Also der Teil mit den Print-Redakteuren, der bereits im Internet ist, bleibt erhalten. Hinzu kommt eine Online-Redaktion die … ja was machen die eigentlich? So was wie Ehrensenf? Oder Heise-2? Würde ja passen. Heisezwei bei Westeins. Das ist natürlich ein Bereich der bislang noch von keinem Online-Angebot abgedeckt wird. Die WAZ stürmt ins Internet und präsentiert dem Leser neueste Neuigkeiten aus dem mysteriösem Internet. Wow. Oder wird die Online-Redaktion zum Auffangbecken für renitente Lokal-Redakteure? Umerziehungskurs unter Leitung von Peitschen-Borchert… Ups. Schon wieder Satire.
Lassen wir das. Ich schweife beim Thema Online-Redaktion immer ein wenig ab. Aber wir haben ja noch die Bürgerjournalisten (ohje!). Die konnten sich bis jetzt nur in so einem elendigen Forum zu Wort melden. Da gibt es auch nur zwei jämmerliche Communities (Laufen im Revier [57 Beiträge] und Tiere im Revier [152 Beiträge]). Da muss man den Leser doch mal auf Trapp bringen. So kann das doch nicht weiter gehen. Der Leser, sorry Bürgerjournalist, hat gefälligst selber für Inhalte zu sorgen. Warum soll sich da die Print- oder Online-Redaktion drum kümmern? Los Los tapferer Bürgerjournalist. Wir warten auf deine verwackelten Handyfotos und deine schwurbeligen Texte. Wir wollen B-Content mit Authentizitätsfaktor 12! Sieh zu das du dir deine Nachrichten in Zukunft selber schreibst! Wir wissen doch das du das willst. Sehen wir ja an der regen Beteiligung im … ähm … Forum. Und weil der Leser, sorry Bürgerjournalist, so mitteilungsbedürftig ist, nimmt man ihm das gewohnte weg und klatscht ihm ein Blog vor die Füße. Denn Foren sind ja WEB1.0, Blogs sind … ich hör ja schon auf.
Also die Beteiligung der Leser, sorry Bürgerjournalisten, steigt rapide an wenn man ihnen nur neue Möglichkeiten bietet? So so. Schauen wir doch einfach mal bei den WAZ-Blogs nach ob die abgehen wie Schmidts Katze. Seit ca. April bloggen sagenhafte zwei Bloggerinnen bei der WAZ. Mit, sagen wir mal, wenig Resonanz. Ach, das war nur die Testphase für die WM-Blogs?
17 Blogger schreiben derzeit über die WM. Das es in den WAZ-Blogs eher geruhsam zugeht, kann an der Monothematik WM liegen. Kann aber auch daran liegen, dass sich kein Schwein, sorry Bürgerjournalist, findet der etwas wirklich interessantes zu erzählen hat. Esgab wohl ein paar Versuche über andere Themen zu schreiben. Doch scheint z.B. das Thema Fasten nicht wirklich beliebt zu sein. Ein Kommentator bringt es auf den Punkt: ich lese hier seid wochen sehr interessiert aber jetzt ist ja wirklich gar nichts mehr los. pennt ihr alle bei der waz? gruss aus dem allgäu von einem ehemaligen essener. Nix los im Westen. Und die BloggerInnen sind RAUS!!! Hätte man den Lesern aber auch mal sagen können. Ts.
Vielleicht sind es aber auch die technischen Neuerungen auf die man so stolz ist. RSS-Feeds zum Beispiel. Ach ne, gibt es ja schon reichlich. Ist nicht ganz so neu. Aber die Borchert hat ja noch was ganz aufregendes, völlig umwerfendes in der Hinterhand (nachdem das mit den RSS-Feeds schon nicht klappte): Bilderserien! Ups. Gibts auch schon. Heißt bislang nur Fotostrecke und hat auch jedes Vorstadtblättchen im Angebot. Dumm gelaufen.
Man man man. Ist aber auch schwer. Dann vielleicht ganz dolle praktisch alle Lokal-Redaktionen unter einem Dach in einem Online-Auftritt zusammenfassen? Am besten unter dem Arbeitstitel “Alle Lokal-Redaktionen auf einem Blick”. Das klingt schnell, das hört sich praktisch an. Hm ja. So eine Dropdownliste mit allen Städten, oben links, ist irgendwie unpraktisch. Erfüllt zwar auch ihren Zweck, macht aber nicht soviel her.
Bewegtbilder? Hat schon jemand Bewegtbilder in den Raum gerufen? Wie heißen die Bewegtbilder bei diesen Bloggern noch gleich? Ach ja, VidCast. Ne, ist zu unverständlich. Videobeiträge (zu Deutsch: Verwackelte Minifilmchen mit dem Handy von Lesern, sorry Bürgerjournalisten, aufgenommen) muss als Buzzword reichen. Und PodCast, also Audiobeiträge. Die haben ja jetzt alle (selbst die WAZ haz). Muss mit rein. Un-be-dingt. Wenn die Downloadraten nicht befriedigen, dann kann man die zur Not auch über die lokalen, hauseigenen, Radiostationen blasen. Endlich haben wir was gefunden das man dem .. Bürgerdings als Neu verkaufen kann.
Hm. Halten wir fest: Westeins wird das gleiche Online-Dings sein wie das jetzige Online-Dings. Nur halt eben viel neuer. Und viel aufregender. Und spannender. Und besser sowieso. In Zukunft werden noch Bewegtbilder und Audiobeiträge dazu kommen, das Online-Dings bekommt ein neues Kleidchen und einen neuen Namen verpasst. Und dann geht das ab wie Schmidts Katze. Da strömen die Bürgerkasper nur so rein und wollen alle, aber wirklich alle, ihr absolut voll spannendes Leben mit dem Wackelhandy in Winzbildchen dokumentiert veröffentlichen. Bleibt nur die Frage, warum sie es jetzt noch nicht machen wenn es die Möglichkeiten dazu doch schon gibt.
Ergo: Nichts neues im Westen. Alles bleibt beim alten. Nur der Lärm der um das neue Baby gemacht wird ist um ein Vielfaches lauter. Und heimlich, ganz still und leise, werden ein paar renitente Redakteure auf das Abstellgleis Online-Redaktion abgeschoben. Wenn man vorne Lärm macht, auch wenn es dazu gar keinen Grund gibt, dann wird hinten leise gemordet. Ablenkmanöver nennt man das im Millitär.
PS:
Sinn für Humor haben die IT’ler der WAZ ja. Einfach mal den Quelltext der Startseite anschauen (Firefox: STRG+U) und ganz nach unten scrollen:
Scheint das neue Motto bei der WAZ zu sein.


Es sind Menschen. Sie sind deshalb menschlich. Am Menschlichen wird es sich daher scheiden. No illusion …
[...] Eine kleine Ecke in Bloggersdorf ist ganz aufgeregt; nicht alle Experten sind eingeladen worden, oder die falschen Experten. [...]
Wollen wir uns vielleicht darauf einigen, dass ein derartiger Einstig an der Spitze durch eine sehr erfahrene Bloggerin, aber gleichzeitig – bei allem Respekt – nicht wirklich erfahrene Redaktionsleiterin im deutschen Journalismus extrem ungewöhnlich ist? Es ist formal ohne jede Frage ein grosser Erfolg für Lyssa. Allerdings möchte ich allein aus Bauchgefühlen heraus bezweifeln, dass das von Reitz bereitete Rosenbett sich nicht bald in ein Nessushemd verwandeln könnte, seien es nun interne Konflikte oder schlicht der Wunsch, an der Stelle jemanden zu haben, der ohne Hausmacht und Seilschaften voll abhängig ist und der keiner nachweint, wenn sie wieder weg ist. Tatsächlich läuft die Kritik schon jetzt auf Lyssa zu; es wäre aber sehr angebracht, sich mal den Reitz dahinter anzuschauen, der damit jeder Redaktion etwas abschnibbelt und es indirekt unter seine Neocon-Fuchtel bringt. Und ganz gleich, wie es ausgeht, dieses Budget und das Personal mit Klauen und Zähnen verteidigen wird.
Noch lieber wäre mir, wir würden uns nicht (nur) an Personen, sondern an Konzepten reiben. Von denen ist ja bislang eher wenig bekannt, das meiste ist Legende.
Wenn es aber um Personen gehen muss, dann ist es in der Tat nur recht und billig den Chef der Chefin und dessen Chef mit auf die Bühne zu holen. Lyssa ist in sofern gut beraten, Reitz und Hombach schnellstmöglich an die Blogfront zu rufen und sich dort der ungefilterten Kritik zu stellen.
Echt? Wo hab ich denn meine neunschwänzige…?
Was die Konzepte angeht, ist durchaus eine Menge durchgesickert. Was durchgesickert ist, reicht für die zentrale Fragestellung: Reichen Blogger und Personal und Geld und das Angebot an die Leser, sich zu beteiligen aus, den Onlineauftritt der WAZ als starke Regionalmarke gegen die Grossen im Netz zu positionieren. Haben die angeblich “neuen” Ansätze im Internet das nötige Potential, und wenn nicht, was muss es an Synergien in diesem Onlinecocktail geben, damit das Ding trotzdem ankommt. Und ich persönlich glaube Ralf sofort, wenn er sagt: Die wollen Bier, kein hippes Mischgetränk aus lokalem Billigbier und aus Berlin und anderswo importierten bunten Säften. Warum? Weil man dafür ein Team braucht, ein hochqualifiziertes, abgestimmtes Team, das bereits stehen müsste, und das alles von der Vision bis zum Blogmarketing aus einem Guss liefert. Dieses Team kann es aber nicht geben, weil es in Deutschland niemanden gibt, der im Blogmarketing die nötigen Erfolge vorweisen kann. Bloss die meist Versager und Scharlatane, die da als Experten auflaufen. Bliebe also nur ein Liebhaberprojekt wie Opinio, das aber, sollte man nicht übersehen, nun wirklich kein Erfolg ist und nicht umsonst schon einen Relaunch hinter sich hat.
Und für das hier draussen hat man Lyssa eingekauft. They hired a contract killer. Die hat die nötige Erfahrung. Und tatsächlich hat Lyssa einen auch veritblen Hilfslynchmob, siehe obige Versager und Scharlatane vorzuweisen, die sich für die WAZ engagieren. Gut, Koofmich-Fel IX ist ein bisserl ramponiert, und tatsächlich scheint es mir, als hätten ein paar Blogger im Erfolgsrausch, etwa bei Transparency übersehen, dass es hier draussen nicht auf ein paar A-Lister ankommt, sondern eventuell nur auf einen Mann. Und bei allen stilistischen Fragen muss man Ralf zugestehen, dass es hier einen gibt, der treibt, und viele, die rennen. Ob Reitz mitrennen will, wage ich zu bezweifeln. Wäre lustig – aber dazu bräuchte man Mut.
Wenn Reitz und Bodelein nicht mit an den Start gehen, können sie gleich einpacken.
höhöhöhö. Wenn die kommen, schalte ich aber den Rebellenmarkt auf. Da gibt es sicher ein paar hochqualifizierte Leute, die Fragen haben. Ich auch: “Lieber Herr Reitz, nach welchen Kriterien suchen Die eigentlich ihre “Experten” aus?” und “Haben Sie die eigentlich mal nach einem Beweis für ihr Expertentum gefragt? Weil es ist doch so: Der Soundso hat doch eigentlich….”
Ich wette, alle Reitzhasser der WAZ sitzen dann mit breitem Grinsen an den Monitoren, jedes Wort von dem wird gespeichet und als Munition für den Guerlillakrieg gelagert, und dann wird das nix mit der morgigen Ausgabe. Deshalb haben sie ja auch diese ganzen Luftnummern eingeladen: Die sollen das verbreiten, das soll bitteschön die Blogosphäre selber ausmachen, und Reitz ist gar nicht so in Erscheinung getreten, obwohl er federführend ist. Jaja, so ist das in den Konzernstrukturen. Und man hört ohnehin, dass sich Reitz da schon etwas ohne Rückendeckung vergaloppiert haben soll, das wirkt sich dann oft aufs Sprachvermögen aus.
@Don Alphonso:
Und tatsächlich hat Lyssa einen auch veritblen Hilfslynchmob, siehe obige Versager und Scharlatane vorzuweisen, die sich für die WAZ engagieren.
Sollte ich mich jetzt davon eigentlich angesprochen fühlen? Und jetzt komm nicht mit irgendwelchen Schuhen die man sich anzieht…
Nö. Ich glaube uns beide meint er (noch) nicht. Oder warst Du bei WAZens dabei, als Lyssa das Konzept vorgestellt hat und Bodo ein(en) BH anhatte.
@50hz:
Naja, Don Alphonso benutzt sicherlich nicht umsonst den Plural – und in dieser Diskussion hier haben sich als tendenziell “WAZ-verteidigend” (bzw. eher gesagt: noch nicht vorschnell aburteilend) Du, (logischerweise) Lyssa selbst, Thomas Knüwer und ich mich geäußert.
Und nein, ich war nicht bei WAZens in Essen dabei, ich war aber glaube ich zwar auch am selben Tag in Essen (oder war es ein anderer?) bei Möbel Kröger und habe mich nach einem Eckschreibtisch umgeschaut und keinen gefunden. Und morgens (naja, was man so im Urlaub morgens nennt…) habe ich die WAZ gelesen.
Nein, ich meine die angeheuerten “Experten”, die sich mit Lob überschlagen und dann hier und andernorts teilweise rumeiern. Nicht jeden der nicht so ganz glorreichen Zehn aus dem wilden WAZ-Westen, aber doch mehr als die Hälfte. Gehört ja mittlerweile schon zum Standard, sich für Brause, ein geliehenes Notebook, eine Prollkarre oder ein ICE-Ticket in Form von Unterstützerpostings und Kommentare zu bedanken. ich habe den Eindruck, da wollen sich manche von denen als Linientreu erweisen, hatten wir ja auch schon bei der Blogbar und dem Cokecontainer. Und dann sieht man auch gleich, was so eine “offene Diskussion” ist: Eine gezielte PR-Veranstaltung, wie es Jan Schmidt auch hier offen zugibt:
http://neun12.de/2006/07/04/bodo-bodo/#comment-1444
der Ursprungsgedanke (vor der Wams-Vorabmeldung) war ja, die Entscheidung für Katharina Borchert bei dem Treffen bekanntzugeben und anschließend über die Blogosphäre auch in andere Medien zu tragen.
Sowas bezeichne ich – unkorrekt, überzogen und gemein, aber mit Lust – als Hilfslynchmob. Steht ja nirgendwo geschrieben, dass der Mob klug sein muss. Oder auf sein loses Maul aufpasst. Ich würde sowas ja nicht anheuern, allein schon, weil da manche einfach nicht den Mund halten können (Grüsse in die Munich Area), aber mei, andere Leute denken da anders.
Ich gestehe:
Ich wäre auch gern dabei gewesen. Mir hätte man nicht mal das ICE-Ticket sponsorn müssen.
Und warum? Weil ich ein eitler Sack bin. Weil ich solche Meetings geil finde. Weil es (auch) um die Region geht. Und weil ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe.
[...] Die letzten Tage gibt es einige Diskussionen über den großen Coup der WAZ. Lyssa (deren Zusage zum Blogtalk noch immer vorliegt, jetzt müsste man es nur machen?:) wurde, da sie eine bekannte Bloggerin ist, von der WAZ eingekauft. Die WAZ ist so eine Zeitung irgendwo im Ruhrgebiet, muss man nicht lesen, wenn man nicht von da ist… [...]
[...] Ist schon eine verdrehte Welt. Die als konservativ geltende WAZ startet mit Ankündigung einen neuen Ansatz im Netz und ganze Rudel von Bloggern outen sich als strukturkonservativ [...]
Die Diskussion ist weitaus interessanter als der Ausgangsbeitrag. Ich diskutiere vor allem in diesem Blog mit (irgendwo oben wurde ja gefragt, wieso das die Leute anzieht), weil ich mir recht sicher sein kann, dass ich nicht als kritischer Diskutant evtl. vom Blogbetreiber und seinem Lynchmob privat verfolgt werde, da es hier nach einer relativ offenen Veranstaltung aussieht, bei der man an Meinungen interessiert zu sein scheint.