Nudeln Mediterran
28. Juni 2009Ich hab gut Reden, ich verfressener Sack.
Da versinkt Marco, der Aachener Jungkoch, in Verzweifelung und Ratlosigkeit, und alles was ich auf Lager habe sind ein paar dumme Sprüche in den Kommentaren. Echt jetzt? Nein, natürlich nicht.
Ich muss zwar nicht das Kreuz tragen eine Familie zu versorgen in der es neben Frau und zwei Kinder auch noch Sonderwünsche zu bedenken gibt, jedoch bin ich seit einigen Jahren Selbstversorger ohne kochenden Anhang. Da ich nur in sehr unregelmäßigen Abständen von Muttern mit Essensresten dem was übrig bleibt versorgt werde, zudem noch ein recht fauler Sack bin, musste ich also Techniken und Rezepte entwickeln um auf die Schnelle etwas essbares zu zaubern.
Mittlerweile sind wir ja dann doch in einer Jahreszeit angekommen die so etwas wie Sommer darstellt. Die Temperaturen sind nicht mehr ganz so frostig und manchmal ist einem auch nicht wirklich so nach warmer Suppe. An solchen Tagen greife ich sehr gerne zu einem ganz einfachem Gericht. Ich nenne es der Einfachheit halber, genauso unkreativ wie seine Zubereitung, Nudeln Mediterran.
Alles was ich dazu benötige bekomme ich beim Discounter mit dem großen A (andere würden jetzt schamlos Aldi schreiben und sich nicht schämen bekämen sie Geld dafür). Bandnudeln (ca. 1,30€), Hirtenkäse (ca. 1,09€), ein paar Oliven (in Öl eingelegt, ca. 1,30€) und Pesto (ca. 1,00€). Anstatt Hirtenkäse kann man gerne auch Mozzarella nehmen (gibt es ebenfalls beim Discounter mit dem große A [aka. Aldi]), ich mag den aber nicht so. Wer es noch ein wenig bunter haben möchte, nimmt sich noch ein paar Kirschtomaten mit. Den Preis der Kirschtomaten weiss ich nicht, die mag ich ebenfalls nicht.
Die Bandnudeln kocht man mit reichlich Wasser. Nudeln kochen scheint eine große Kunst zu sein, sehr wenige können es ohne die Nudeln zu hart oder zu weich werden zu lassen. Deswegen hier mal der ultimative Tipp wie man (Band)Nudeln kocht: Reichlich Wasser (für eine Hand voll Nudeln ca. 1 Liter Wasser) kochen bis es sprudelt. Dann eine Priese Salz hinzugeben und die Herdplatte auf kleine Stufe drehen (bei meinem Ceran ist das 1). Nudeln rein und im heißen Wasser 5-7 Minutehn ZIEHEN lassen. Die Nudeln auf gar keinen fall kochen, sonst werden sie matschig. Danach die Nudeln in ein Sieb abtropfen lassen, nicht abschrecken.
Jetzt wird es einfach. Den Hirtenkäse (oder Mozzarella) in Würfel schneiden. Die Oliven abtropfen lassen. Etwas Pesto über die Bandnudeln geben, dazu den Hirtenkäse und die Oliven. Da ich Alleinesser bin, hole ich die Oliven einfach mit einer Gabel aus dem Glas raus, muss ich nicht das ganze Glas auffuttern.
Die Kirschtomaten kann man halbieren und ebenfalls über die Nudeln geben. Will man es sich ein wenig aufwendiger gestalten, brät man sie kurz in der Pfanne in ein wenig Olivenöl an.
Das ist so ein typisches Gericht nach dem Modulbaukasten. Jeder kann sich das auf seine Nudeln machen, was er mag. im Extremfall ist somit auch dem wählerischen Kind gedient, welches sich über seine Nudeln lediglich eine Priese Maggi machen möchte. Oder Ketchup. Oder gar nix. Für die Fleischfanatiker besteht zusätzlich noch die Möglichkeit sich ein gutes Stück Putenbrust zu kaufen, in Streifen zu schneiden, salzen, pfeffern und in der Pfanne mit den Kirschtomaten kurz anbraten. Für die faulen Fleischfanatiker gibt es bei Aldi sogar bereits vorgebratene Putenbruststreifen.
Das Gericht hat den großen Vorteil das man es sowohl kalt, warm als auch heiß essen kann. Was bei mir heute übrig bleibt, kommt in die Tupperdose und wird morgen auf der Arbeit verzehrt.
Das foto stellt übrigens nur einen Serviervorschlag dar. Ich bin sehbehindert und habe kein Händchen für dekoratives Anrichten von Nahrungsmitteln. Bei mir isst nur der Mund und der Bauch. Man kann also weniger Pesto und weniger Oliven nehmen, dann sieht es nicht ganz so schrecklich aus.


