Kipp-Kipp Hurra!

30. Oktober 2009

Böse Zungen behaupten, wer einmal durch die Fahrprüfung fällt, bekommt ein gelbes Nummernschild mit schwarzen Buchstaben. Wer durch die Fahrprüfung für LKW fällt, bekommt den Zusatz “Nur SZM” (SZM= Sattelzugmaschine) in den Führerschein gestempelt. Für eine Sorte LKW-Fahrer möchte ich fast meine Hand ins Feuer legen das dem auch tatsächlich so ist. Kippsattelfahrer sind nämlich wirklich eine besondere Sorte LKW-Fahrer, jedoch nicht unbedingt im positiven Sinne. Ich möchte hier aber nicht auf Vorurteile rumreiten oder irgendwelche Geschichten in die Welt setzen.

Fakt ist: Mancher Kippsattelfahrer der bei uns zum Laden auf den Hof gefahren kommt, ist zu doof um nen Loch in den Schnee zu pinkeln. Eine kleine Besonderheit an unseren Betriebshof ist die Einfahrt. Die Betonung liegt hier auf dem Wortteil “EIN”. Sicherlich nutzen wir mit unseren Dreiachsern die Einfahrt auch als Ausfahrt. In Angesicht der Tatsache das die Einfahrt jedoch ein kurzes Gefälle von gut 15% hat, ist dies jedoch nur mit einem leeren LKW machbar. Zudem ist unser Betriebshof recht eng und hat einen 90° Knick am Ende. In der Regel kommen die Kippsattelfahrer auf den Hof geschossen, obwohl an der Einfahrt ein großes Schild steht das sie sich vor Einfahrt im Lagerbüro melden müssen (!), stehen dann auf dem Hof und fragen erst einmal wo sie wenden könnten und wie sie voll beladen die Steigung wieder hoch kommen sollen. Es gab auch schon den einen oder anderen Kippsattelfahrer der aufgrund bauartbedingter geringer Bodenfreiheit bei der Einfahrt sich das eine oder andere Teil an seinem Auflieger verkrazt hat. Das Gefluche ist also regelmäßig groß wenn sie denn erst einmal auf dem Hof stehen. Aber Kippsattelfahrer sind halt, wie gesagt, eine besondere Berufsgruppe die hart im Nehmen sind. Da lautet das Motto “Erstmal die Karre voll schaufeln, dann sehen wir weiter“. Kippsattelfahrer sind zudem ein wenig stur wenn es darum geht ihr Gefährt dahin zu bewegen wo es hin soll. So ist es ein wenig müßig ihnen zu erklären das wir auch noch eine Ausfahrt haben (wir sind ja schließlich nicht der TÜV). Die liegt hinter dem 90° Knick am Ende des Hofes und kann deshalb nicht so einfach eingesehen werden. Für den Kippsattelfahrer gilt offensichtlich demnach “Was ich nicht sehe, das gibt es nicht“. Dies erklärt zumindest warum die meisten Kippsattelfahrer nach dem Wiegen sich lieber rückwärts über den engen Hof quälen anstatt schnell mal eine Runde um den Block zu fahren. Es ist schon ein kleines Kreuz mit diesen Kippsattelfahrern.

Ich weiss nicht was der Bauleiter zu dem Kippsattelfahrer gesagt hat. Vielleicht hat er auf die Frage wo er hinkippen soll aus Spaß gesagt “Kipp doch zur Seite ab!“. Vielleicht hatte der Kippsattelfahrer irgend einen wesentlichen Teil von dem Satz “Hier kannst du nicht lang fahren!” nicht verstanden. Vielleicht hatte der Kippsattelfahrer auch einfach keine Lust mehr immer nur nach hinten abzukippen und wollte mal was neues ausprobieren. Egal was es war das ihn dazu veranlasste seinen Sattelkipper auf die Seite zu legen, es dürfte schwer gewesen sein seinem Chef zu erklären warum er einen Autokran und einen neuen Außenspiegel braucht.
Ich für meine Teil durfte wegen dieser Aktion mal wieder eine halbe Stunde im Stau stehen weil jeder Depp erstmal genau gucken musste was da passiert ist1. Ich sag ja, Kippsattelfahrer. Machen nur Ärger und Probleme.


1 Nur wegen dem Foto habe ich nicht abgebremst. Wenn ich im Stau stehe, dann habe ich die Kamera meistens schon schussbereit in der Hand. Oft genug gibt es ja was zu sehen. Wie man sieht.

Ralf

Es existieren 2 Kommentare für diesen Eintrag:

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Thomas schrieb:

Kannste keinem anbieten, diese Kippsattelfahrer.

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Buch schrieb:

nicht schlecht. Ich habe meinen LKW Führerschein bei der Bundeswehr gemacht. Da konnte keiner durchfall. Man bestand weil es befohlen wurde.