#199
13. März 2007Borchert: Das Problem ist doch aber, dass die Leute letztlich doch faul sind und dazu tendieren, nur das zu lesen und wahrzunehmen, was eh schon ihrer Überzeugung entspricht.
Schätzelein, dass stimmt doch gar nicht. Ich zum Beispiel lese alles was in meinem Feedreader landet. Auch wirres Zeuchs von dem ich so rein gar nicht überzeugt bin.
Aber das gilt ja auch für die Wahl der Zeitung: Da kaufen die LeserInnen auch nur die Blätter, die schon auf ihrer Linie liegen.
Ja klar du Interviewhansel. Den Drisch muss ich ja auch bezahlen. Ich kauf mir doch nichts was mir nicht gefällt. Was solln der Quatsch? Oder soll ich mir in Zukunft rosa Söckchen anziehn um zu zeigen das ich Kontrovers veranlagt bin?
Wie muss denn die Arbeitsaufteilung zwischen Massenmedien und fragmentarischem Web sein, damit die Massenmedien überleben?
Na ganz einfach: Die Massenmedien könnten aufhören zu versuchen Massenmeinung zu bilden und sich auf ihre Kernkompetenzen, dem Berichten, zurück besinnen.
Borchert: Die Zeitungen müssen aber erst noch kapieren, dass ihre Kernkompetenz nicht ist, schwarze Farbe auf Papier zu schmeißen. Reine Masse zu produzieren, das macht mittlerweile das Internet. Ich erwarte vor allem von den Zeitungen schon noch, dass sie ihre Schwerpunktsetzung und auch ihre Arbeitsweisen verändern. Nur Agenturmeldungen abzudrucken, reicht nicht mehr. Die habe ich bis zum nächsten Morgen schon im Internet gelesen, im Radio gehört und im Fernsehen gesehen
Wenn ich da mal so dreist zwischen fragen darf, was bitte schön sind denn Radio, TV und Internet? Einzelveranstaltungen mit maßgeschneidertem Programmangebot? Also früher (damals!) nannten wir so etwas Massenmedium. Halt ein Medium für die Masse.
Abteilung: Laute Gedanken zu diesem TAZ-Interview (via diverser Kanäle)
(Anmerkung der nicht vorhandene Redaktion dieses Blogs: Seit meiner Begegnung mit Johannes Gernert würde ich jeden Journalisten der für die TAZ arbeitet erst eine Chinesische Wasserfolter unterziehen bevor ich ihm auch nur eine Frage beantworte. Überlebt er diese und kann danach seinen Namen noch rückwärts buchstabieren, stehe ich ihm evt. zur Verfügung)

