Behandelt sie wie Holzpfosten
23. August 2010Politik wird oft mit schmutzigen Lügen, faulen Tricks und scheinheiligen Versprechen betrieben. Was nicht ins Konzept passt, wird so lange verdreht bis es passt. Traurig aber wahr. Mindestens genauso traurig und mindestens genauso wahr ist, dass die Kritiker der Politiker mit den selben Methoden zu Werke gehen. Anscheinend meint so mancher Aktivist, er könne es genauso machen und muss einfach nur Äpfel und Birnen zu einem feinen Kompott verrühren.
Kopfschütteln verursachte bei mir z.B. der Artikel Behandelt uns wie Strafentlassene (via) im Spiegelfechter. Holdger Platta vergleicht da in den ersten Absätzen tatsächlich die Pfändungsfreigrenze mit dem Hartz IV Satz. Gut, kann man machen. Macht aber wenig Sinn. Gilt die Pfändungsfreigrenze von derzeit rund 990 Euro schließlich auch für Hartz IV Empfänger. Und nicht, wie Holdger Platta den Eindruck zu vermitteln versucht, ausschließlich für entlassene Straftäter.
Dabei schreibt Holdger Platta in seinem Artikel:
Der Lebensbedarf entlassener Straftäter, die nach Verbüßung ihrer Haftstrafe eine neue Arbeitsstelle finden und verpflichtet sind, davon die Schäden wiedergutzumachen, die sie im Zusammenhang mit ihren Delikten angerichtet haben, ist als pfändungsfreies Existenzminimum festgelegt worden auf sage und schreibe rund 990 Euro. Netto wohlgemerkt!
(Hervorhebung von mir)
Wenn man Erwerbstätige mit Arbeitslose vergleicht, sollte man bedenken das man Äpfel mit Birnen vergleicht sofern man über das Thema Geld redet. Wie gesagt, die Pfändungsfreigrenze gilt sowohl für Erwerbstätige als auch für Arbeitslose und macht dabei keinen Unterschied zwischen ALG I und ALG II. Was der dämliche Zusatz “Netto wohlgemerkt!” bedeuten soll, erschließt sich mir nicht. Er bezieht sich wahrscheinlich darauf, dass die Pfändungsfreigrenze sich nach den Nettoverdienst richtet. Was dies mit Hartz IV zu tun hat, kann sich mir ebenfalls nicht erschließen, ALG II (Hartz IV) Bezüge sind schließlich auch Nettobezüge. Das erwähnt Herr Platta aber lieber nicht. Man könnte ja den falschen Eindruck bekommen.
Den falschen Eindruck versucht Platta auch bei der Höhe von Hartz IV zu erwecken. Die oft genannten 595 Euro sind nun einmal nicht die absolute Summe und schon gar nicht die Höchstgrenze für einen Hartz IV Empfänger. Sie stellen das Minimum dar, weniger darf kein Hartz IV Empfänger bekommen.
Tatsächlich ist es auch so, dass man als Hartz IV Empfänger deutlich mehr bekommen kann, wenn man denn will. Ich selber habe mal Hartz IV bezogen und kam auf ein frei verfügbares “Einkommen” von 800 Euro. Das ist nicht wirklich viel, jedoch zum Sterben und jammern deutlich zu viel. Es waren nämlich 800 Euro die ich wirklich fürs Nichts tun bekam. Bei meiner ersten Arbeitsstelle als Kraftfahrer habe ich knapp 950 Euro verdient. Netto wohlgemerkt! Und das bei 50-60 Stunden pro Woche. Ich sehe noch oft genug Stellenanzeigen die ähnlich “horrende” Summen für Kraftfahrer versprechen. 1.600 Euro Brutto im Fernverkehr (2-3 Wochen andauernde Touren sind nicht die Ausnahme), all inclusive. Aber das nur am Rande erwähnt.
Der Hartz IV Satz ist schon alleine aufgrund unterschiedlicher Mietspiegel nicht überall gleich. Zudem können Hartz IV Empfänger den einen oder anderen Zuschuss benatragen und bekommen diesen in der Regel auch gewährt. Sei es Fahrtkostenzuschüsse, Heizkostenzuschüsse, Strom-, Gas-, Wasser-, Telefon- oder sonstige Zuschüsse. Für fast alles gibt es Zuschüsse, sogar Renovierungszuschüsse gibt es. Etwas von dem ich in der Vergangenheit als Erwerbstätiger nur träumen konnte und kann. Renovierungskosten kann ich nicht einmal steuerlich geltend machen. So gerecht ist diese Welt.
Der Eindruck Hartz IV Empfänger seien aufgrund des “niedrigen” Satzes vom sozialen leben ausgeschlossen, kann somit nicht richtig sein. Es stimmt schon das man als Hartz IV Empfänger nicht mal eben in die Oper gehen kann. Dies können viele Erwerbstätige jedoch auch nicht. Auch Kino, Kirmes, Trallali und Trallala sind für viele Erwerbstätige nicht drin. Und ich spreche hier über Vollzeitstellen, keine 400 Euro Jobs!
Aus den Augen von Platta ist die Welt für Hartz IV Empfänger jedoch um ein Vielfaches ungerechter. Denn angeblich dürfen sich Hartz IV Empfänger ja auch nicht weiterbilden, obwohl dies doch ständig (!!!einself) von ihnen gefordert wird. Natürlich fördern Jobcenter und Arbeitsagentur Weiterbildungsmaßnahmen und führen diese zum Teil auch selber durch. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese Angebote gerne mal ausgeschlagen werden. Oft mit so abenteuerlichen Begründungen man hätte 22 Haustiere und niemanden der sich um diese kümmern könnte.
Als Erwerbstätiger muss ich zusehen wie ich meine Fortbildung finanziere. Zum Beispiel die gesetzlich vorgeschriebene BKfrQ die mich je Modul zwischen 120 und 150 Euro kostet. 5 von diesen Modulen muss ich absolvieren um überhaupt arbeiten zu dürfen und das alle 5 Jahre wieder. aber auch andere Anschaffungen wie Arbeitskleidung, Navi und Auto darf ich mal flockig selber finanzieren ohne das der Staat mich tatkräftig unterstützt.
Bildung steht also auch Arbeitslosen zur Verfügung, man muss halt nur seinen Arsch hoch bekommen und sich darum kümmern. Dies scheint in der Welt des Herrn Platta jedoch zu viel verlangt, da es per se nach Menschenunwürdigkeit riecht. Wie grausam muss diese Welt doch sein, wenn sie von Arbeitslosen verlangt sich selbst um etwas zu kümmern?
Mein Eindruck von Holdger Platta ist der, dass er morgens mit seinem Bierfläschchen auf der Parkbank sitzt und sich Gedanken darum macht wie schlecht die Welt zu ihm ist. Abends sitzt er dann voer seinen vom Jobcenter finanzierten Laptop und schreibt merkwürdige Artikel mit noch merkwürdigeren Vergleichen die er dann über den staatlich finanzierten Internetanschluss verschickt. Mag sein das ich mich täusche, aber genau solche Artikel tragen zu dieser Vorstellung bei. Solche Artikel fördern auch meinen Wunsch das Russland für, sagen wir mal, 350 Euro im Monat den einen oder anderen Arbeitslosen von uns aufnimmt. Ich denke die Russen haben noch “Fachkräfte” die sich mit der Unterbringung von Gästen in sibirischen … ähmmm … Ferien- und Weiterbildungslagern auskennt.


Danke für den Beitrag. Ich dachte bisher tatsächlich, daß 595 Euro bei ALG II das Ende der Fahnenstange sind. Es ist gut, daß mal ein ehemals Betroffener schreibt, was alles möglich ist, wenn, ja wenn, man seinen Arsch hoch bekommt. Weiterhin alles Gute für Dich.
Liebe LeserInnen,
na, da hat Ihnen ja einer ein schönes Märchen erzählt!
Erstens: der Ermittlung des Existenzminimus beim Steuerfreibetrag und bei der Pfändungsgrenze liegt jeweil dito die Festlegung eben dieses Existenzminimumsbetrages zugrunde – wie von mir berichtet. Bitte kurz mal den Begriff “Existenzminimum” in Wikipedia anklicken.
Zweitens: wie der Betreffende mit ALG-II auf ein – Zitat – “frei verfügbares ‘Einkommen’” von 800,- Euro gekommen sein will, das soll er uns erstmal vorrechnen. Außerhalb des Regelsatzes – anfänglich 349,- Euro für den alleinstehenden Erwachsen, 365,- Euro jetzt – gibt es überhaupt kein weiteres “frei verfügbares Einkommen”. Alles andere ist reine – besser: unreine – Erfindung dieses Herrn Ralf.
Drittens: daß ALG-II-BezieherInnen zusätzlich zum Regelsatz und den Erstattungsbeträgen für “Kosten der Unterkunft” und Heizung mit Erfolg Gelder beantragen könnten für “Fahrtkostenzuschüsse”, für “Strom”, “Telefon und sonstige Zuschüsse”, ist ebenfalls die blanke Unwahrheit. Millionen Zwangsarbeitslose wissen dieses besser – besser gesagt: schlechter. die Kosten für Strom sind angeblich (!) voll im Regelsatz enthalten, darüberhinaus gibt es für Strom von den ARGEn gar nichts, da helfen auch Zusatzanträge nicht, dasselbe gilt für die Kosten für Telefon, Internet, Mailing und Porto, denn auch dafür ist angeblich (!) alles an Geld bereits im Regelsatz enthalten. “Sonstige Zuschüsse” gibt es überhaupt nicht, anderenfalls soll mir der betreffende Herr Ralf diese Möglichkeiten/Zweckbestimmungen nennen, mit Paragraphenangabe bitteschön. Jeder Zwangsarbeitslose wird sich über diese Tipps freuen!
Nur in einem Punkt hat dieser Herr Ralf Recht (wenn auch mit völlig verquerer Schlußfolgerung daraus): daß Berufstätige wie Kraftfahrer oft viel zu wenig verdienen, wie viele andere arbeitenden Menschen in diesem Lande auch, und ich stimme jeder Forderung zu, die im Sinne des sogenannten “Lohnabstandgebotes” in allen diesen Berufsbereichen für erheblich bessere Entgelte sorgen wollen. Diesen Kraftfahrern hilft es aber überhaupt nicht, wenn es bei ihrer schlechten Bezahlung bleibt, sie dafür aber wissen dürfen, daß es den Zwangsarbeitslosen halt noch schlechter geht. Dieser Ralf stellt die humane Logik des sogenannten “Lohabstandsgebotes” auf den Kopf: weil es vielen Berufstätigen sauschlecht geht, soll es den Zwangsarbeitslosen noch schlechter als sauschlecht gehen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus (und hilft auch den Berufstätigen durch Beseitigung der Elends-Drohung Hartz IV):
Die Zwangsarbeitslosen bekommen im Sinne des Grundgesetzes (Artikel 20 und 28 in Verbindung mit Artikel 1) wirklich Unterstützung, die das Existenzminimum absichert, und alle Berufstätigen bekommen erheblich mehr als nur Entgelte in der Höhe des Existenzminimums. Das ist humane und verfassungskonforme Anwendung des “Lohnabstandsgebotes”.
Im übrigen bedeutete dieses – ganz abgesehen vom humanen Aspekt -,daß endlich wieder auch – durch entsprechende Erhöhung der Kaufkraft aufgrund dieser Neuregelungen – die Inlandsnachfrage wachsen würde und die Inlandskonjunktur wieder in Gang kommen könnte. Kein Zwangsarbeitsloser würde das zusätzliche Geld auf die Kayman-Inseln schaffen, sondern hier ausgeben, also ohne jeden “Streuverlust” die Binnenkonjunktur ankurbeln helfen. Dasselbe gilt für die Armuts- und Niedriglöhner.
Es muß um die Verteidigung von Hartz-IV schlechtest bestellt sein, wenn jetzt schon zu Unwahrheiten gegriffen werden muß, um dieses Gesetzeswerk der Menschenverelendung rechtfertigen zu wollen.
Zu den Albernheiten der sogenannten “Weiterbildungsmaßnahmen” im Rahmen von Hartz-IV sage ich hier weiter gar nichts. Da müßte ich nun ganze Unsinns-Listen runterbeten (mit mir Hunderttausende von Zwangsarbeitslosen in der Bundesrepublik), zum Beispiel, daß Zwangsarbeitslose, die leider bereits Anfang 2005 zwangsarbeitslos waren, fünf Jahre später bei Kursen dieser Art lernen sollen, wie man ALG-II-Anträge stellt, obwohl sie niemals intellektuelle Schwierigkeiten hatten bei diesen Antragstellungen und bereits über fünf lange Jahre zweimal pro Jahr diese Fähigkeit unter Beweis gestellt hatten.
Holdger
Mal eine Frage nebenbei: Was ist eigentlich ein “Zwangsarbeitsloser”?
Ralf, Du hattest nur 800,00 Euro, da hast Du aber irgendwas falsch gemacht.
@Maik: Das sind die, die gerne arbeiten würden, aber aus Gründen die an den Haaren herbei gezogen sind, nicht können. Ist doch eigentlich recht easy, oder? *g*
Lieber Maik,
was ein “Zwangsarbeitsloser” ist, das wissen Sie wirklich nicht? – Neckisch! – Vielleicht sprechen Sie einmal mit ALG-II-BezieherInnen und fragen sie danach, wieso diese arbeitslos sind. Bestimmt werden Sie nur lauter freiwillige Arbeitslose finden, weil die alle es ganz prima finden, weit unterhalb des Existenzminimums leben zu müssen. Wie sieht es denn mit Ihnen aus?
@Spacefalcon: Es hätte in der Tat mehr sein können. Es war die Zeit zwischen meinem Arbeitsunfall bzw. nach der Reha und der Umschulung. Da ich in der Zeit vor dem Arbeitsunfall nur 6 Monate gearbeitet hatte, gab es gleich ALG II. Da aber die Umschulung ja bereits geplant war, habe ich mich auch nicht wirklich darum gekümmert.
Genau genommen war es eigentlich sogar mehr, denn das Jobcenter hatte noch Mietschulden übernommen die angefallen waren. Ich weiß jetzt aber nicht mehr ob es 400 oder 600 Euro waren.
@Herr Platta: Entweder Ralf und Du, oder Herr Albert (siehe Impressum) und Sie. Herr Ralf ist jemand anderes der mit diesem Blog nichts zu tun hat.
Klar bekommt man vom Jobcenter nichts wenn man so dreist ist und gleich mal ein 10er Pack Opernkarten und DSL 16.000 haben will. Aber alleine schon Bewerbungskosten (Porto, Briefpapier, Fotos usw.) zahlen die Jobcenter und Arbeitsagenturen ohne mit der Wimper zu zucken. Man muss halt auch ein paar Bewerbungen schreiben. Nur hingehen und abkassieren funktioniert nun einmal nicht mehr. Früher ging das noch, heute wird da eben auch mal kontrolliert.
Natürlich bezahlen die Jobcenter auch Einrichtungsgegenstände, Umzugskosten und Renovierungskosten. Jedoch nur im Bedarfsfall! Und oft auch mal als Sachleistung.
Die Klientel die Sie jedoch vertreten, denkt sie müsse nur zum Jobcenter gehen, rumblöken das sie ein neues Wasserbett bräuchten (weil Rücken ja kaputt) und würden dann die 1.500-2.000 Euro BAT ( = Bar Auf Tatze) bekommen. Dem ist zum Glück mittlerweile nicht mehr so. Die Bedarfsfälle werden geprüft und dann entschieden. Klar das ihre Klientel da sauer ist, kann man ja nun nicht mehr so einfach ein paar Hunderter zum Verpulvern zusätzlich abgreifen.
Paragraphen brauche ich hier nicht zu zitieren, ich habe Bekannte im Jobcenter die eben genau solche Zusatzleistungen prüfen, kontrollieren und ggf. genehmigen. Und die dürfen sich Tag ein Tag aus haufenweise dumme Sprüche und irrsinnige Forderungen anhören. Zum (großen) Teil wegen solcher Hetzeschriften wie sie von ihnen verbreitet werden.
Sie können ja gerne mal den Begriff Existenzminimum bei der UN nachschlagen: $1/Tag.
Ihre Realitätsverweigerung ist offensichtlich schon krankhaft. Ansonsten kann ich mir nicht erklären wie sie sich erdreisten können einen Arbeitnehmer (egal ob strafentlassen oder nicht) mit einem Arbeitslosen zu vergleichen. Ich weiß auch nicht wie Sie auf die völlig irrsinnige Idee kommen das für einen ALG II-Empfänger andere Pfändungsgrenzen gelten als für einen Arbeitnehmer.
Aber es ist wohl vergebliche Mühe mit ihnen zu diskutieren. In ihrer verquirlten, verdrehten, vermurksten und verblendeten Vorstellung sind alle Arbeitnehmer die Bösen, die es so langsam Leid sind ihr ganzes Geld, das sie sauer verdient haben, an solche Leute abzutreten, die ständig nur haben wollen aber nie etwas dafür tun wollen.
Oper, Kino, Internet und Wasserbett für alle Hartz IV’ler. Gerne. Aber nicht mit mir, nicht in dieser Welt. Mein Geld gehört mir, schließlich habe ich dafür gearbeitet.
Hätten Sie in ihren Leben auch mal gearbeitet, dann hätten Sie vielleicht zwei Dinge gelernt: Demut und Dankbarkeit. Da Sie aber nur Dreistigkeit und Irrsinn an den Tag legen, gehe ich davon aus das Sie ein oder zwei Erziehungs- bzw. Entwicklungsstufen schlichtweg ausgelassen haben.
Maik, wir sind Zwangsarbeiter. Weisste doch. Als wenn wir freiwillig arbeiten würden um unseren Lebensunterhalt zu verdienen.
Lieber Herr Holdger Platta!
Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann sähe das ganze System anders aus!
Da seien Sie sich ruhig sicher!
Sehr geehrter Herr Holdger Platta.
Also erstmal möchte ich Sie zu Ihrer doch sehr eingeschränkten Sichtweise gratulieren.
Wahrscheinlich glauben Sie sogar selbst an diesen Mist, welchen Sie verzapfen!
Zum Beispiel, wie Sie es fordern: Hartzer bekommen demächst soviel Geldleistungen, dass sie ohne Sorgen Ihren Lebensunterhalt und etwas mehr bestreiten können.
Dadurch “sollen” dann nach Ihrer Darstellung auch die Löhne steigen?
Ich kenne genügend Menschen, welche an Ihr Leben nicht mehr ganz so große Ansprüche stellen. Mir sagte kürzlich mal jemand “ach, weißt Du, was soll ich mit mehr als 1200,- € denn machen? Urlaub? Nee, lass mal, der kostet nur Geld, man ärgert sich in 9 von 10 Fällen nur über die gleichen Idioten, wie sie auch zuhause herumrennen, und hinterher bin ich gestresster, als wenn ich in der Urlaubszeit zuhause geblieben wäre, wo die ganzen anderen Idioten mir dadurch etwas mehr Freiraum gegeben habe. Und überhaupt, Hauptsdache ist doch, dass ich ein warmes Dach über dem Kopf habe, Kind und Kegel täglich eine warme Mahlzeit bekommen, und ich mich um diese kümmern kann. Wenn dann noch meine Wohnung so halbwegs brauchbar ist, der Computer funktioniert, und ich mir im Monat zwei Tankfüllungen leisten kann, bin ich schon vollkommen zufrieden.”
Jetzt erzählen Sie mir, dass dieser Mensch mit mehr Lohn freiwillig zum Arbeiten kommt!?!?! Ja nee, is klar!
Sicher kommen Unternemer dann in Zugzwang, dass Löhne höher geschraubt werden müssen als der höchste Sozialsatz, aber Sie vergessen dabei die Bequemlichkeit und Arroganz derer, die zum Leben bereits alles haben was sie brauchen!
Wenn ich die Wahl habe, garnicht arbeiten zu gehen, alle Zeit der Welt für mich und meine Familie zu haben, und die Sicherheit durch einen ausreichendes Einkommen durch Sozialleistungen, bringt mich auch ein höherer Lohn nicht zur Arbeit, und genau von diesen so denkenden Menschen gibt es unter den Hartzern mehr, als SIe in Ihrer Traumwelt wahrhaben wollen!
Bleiben Sie doch mal auf dem Teppich mit Ihren Weisheiten!
Letztenendes reden Sie hier über Geldleistungen, für welche ich als arbeitender Mensch aufkomme!
Meine Lösung wäre eine ganz andere:
Zwangsbegutachtung auf körperliche Eignung zur Arbeit durch das Amt. Ist Eignung vorhanden, hat der Sozialleistungsbezieher, der gerade mal soviel bekommt, dass die minimalen Grundkosten (durch Direktüberweisungen und bargeldlose Gutscheine) gedeckt sind, 3 Monate Zeit, sich einen Job zu suchen. Hat er es in dieser Zeit nicht geschafft, -> 10% Kürzung der Leistungen, und einen weiteren Monat Zeit zum Suchen. Nach diesen 4 Monaten noch immer keinen Job mit mindestens Minijobcharakter? Erneut 10% Kürzung. And so on!
Lieben Gruß in ihre Traumwelt!
Sehr geehrter Herr Albert,
nun also Märchenstunde zweiter Teil?
Erstens: keine meiner Fragen haben Sie beantwortet bzw. die Richtigkeit meiner Behauptungen widerlegt. Merkwürdig? Merkwürdig!
Stattdessen zweitens: Sie hätten Bekannte im Jobcenter, die – wie schreiben Sie? – “eben genau solche Zusatzleistungen prüfen, kontrollieren und ggf. genehmigen”. Achherrjeh, Herr Walter, wieder falsch! Die vom Jobcenter tun dieses alles gar nicht, die vermitteln – bestenfalls – Arbeitsstellen. Jene Mitarbeiter, die über ALG-II-Sachen zu entscheiden haben, arbeiten nicht in den Jobcentern. So, und nun dürfen Sie selber mal herausfinden, wo. Besser Bescheid wissen sollte man also schon, wenn man weiter seine Märchen erzählen möchte. Ist schon ein bißchen peinlich, Herr Walter, diese Drauflosbehaupterei!
Drittens: es steht Ihnen selbstverständlich frei, meinen Artikel zu bewerten, wie Sie möchten. Aber wieso gleich persönlich werden und noch eine weitere Unwahrheit – auch hier wiederum: einfach mal so! – in die Welt setzen? Ich hätte noch nie in meinem Leben gearbeitet? Achja, und woher wissen Sie das? – Ich arbeite sogar jetzt noch, trotz Verrentung. Wer wie Sie einfach nur so draufloserfindet, der sieht gar nicht gut aus, was die Glaubwürdigkeit seiner Behauptungen betrifft. Ist leider so, Herr Walter, kann ich auch nichts dran ändern.
Und viertens, als kleine Abschlußbanalität noch: Sie schreiben da, in puncto Anrede, ich hätte entweder “Ralf und Du” schreiben sollen oder “Herr Walter”. Tut mir leid, Herr Walter, aber nicht einmal auf Ihrer eigenen Website lesen Sie die Texte richtig! – Sie wissen nicht, was ich meine? – Nun, schauen Sie doch oben selber nochmal nach! Ich hatte Sie gar nicht in meinem Beitrag angeredet, deswegen stellte sich diese Anrede-Frage gar nicht. Tja, so einfach ist das. Oder so schwer? Aber lassen wir’s…
Schlußfolgerung: damit Sie wieder zur Ruhe kommen können (Sie waren ja bereits ganz aus dem Anzug gefallen, bangen mußte man um Sie, von wegen Herzinfarkt und so), werde ich Sie zukünftig sehr gerne mit Ihrem “freiheitlichen Verhältnis zur Wahrheit” wieder alleine lassen. Wozu eine Ahnung haben, wenn man eine Meinung hat, nicht wahr? Auch wenn ich von der Mitmenschlichkeit Ihrer Ausführungen wie der einiger anderer hier geradezu erschlagen bin und mir dieser Abschied deswegen ungeheuer schwerfällt. Um so mehr Vergnügen also noch miteinander!
Holdger Platta
Herr Platta, ihnen kann man weder mit Logik noch mit gesunden Menschenverstand und schon gar nicht mit Tatsachen helfen. Wenn sie weiterhin Arbeitnehmer mit Arbeitslosen vergleichen wollen, und sich so zum Horst machen, tun Sie das. Sie leben halt in dem Glauben und daran kann man als vernunftbegabter Mensch offensichtlich nichts ändern.
Zudem bekomme ich nach spätestens 10 ihrer wirren Sätze heftige Kopfschmerzen. Da werden wohl so einige Fragen unbeantwortet weil ungelesen bleiben.
Sie gehen offensichtlich davon aus das Sie in Strafentlassenen eine Gruppe gefunden haben die im sozialen Rang noch unter ihnen bzw. den Erwerbslosen Hartz IV’lern steht und auf die Sie rumtrampeln können.
Gehen Sie aber mal feste davon aus, dass nur die wenigsten Strafentlassenen nach ihrer Haftentlassung wieder eine geregelte Arbeit finden. Demnach sind die meisten Strafentlassene ebenfalls Hartz IV Empfänger. Dies alleine schon birgt eine gewisse Logik die sich ihnen offensichtlich nicht zu erschließen scheint. Ansonsten hätten Sie wohl ihre Überschrift weitaus sorgfältiger gewählt.
Vielleicht vernebelt der Neid auf diejenigen die sich um Arbeit bemühen und welche bekommen ihre Sicht. Und wenn es dann auch noch Strafentlassene sind, die in ihren Augen anscheinend das unterste Ende der Gesellschaft darstellen, dann wächst der Neid ins unermessliche. Für mich ist es einfach nur unterste Schublade zu glauben man könne seine irrwitzigen Forderungen damit durchsetzen, indem man auf andere, die es bestimmt nicht leichter haben, rumhackt.
Niedriglöhne sind kein Beweis für Fleiss, sondern nur ein Beweis für den Geiz der monitären Elite die euch nicht an den Früchten der Arbeit beteiligen will.
Nur Dumme lassen sich vor den Karren dieser Eliteschmarotzer spannen, indem man ihnen einredet sie seien fleissige “Gutmenschen” wenn sie sich mit Niedriglöhnen zufrieden geben, die kaum zum Leben reichen.
Mit Fleiss ist hier noch niemand reich geworden. Reichtum sammelt nur der der über Leichen geht und jeden Dollar den er sich so aneignet, nimmt er seinen Arbeitern weg.
Arbeitslose sind nicht faul sondern längst zu Staatssklaven geworden. Die Hetze gegen Arbeitslose erreicht mittlerweile ein Niveau das der Nazipropaganda gegen Juden entspricht.
In zahlreichen Kinder-, Kultur-, Sozial-, Fürsorge- und Senioreneinrichtungen werden seit Jahren Jobs ausschliesslich mit (früher ABM heute) 1-Euro-Jobbern besetzt. Wenn diese Stellen alle zusätzlich wären, wieso haben dann vorher doppelt so viele Leute dort gearbeitet und wurden voll bezahlt?
Der Grund ist ziemlich einfach, man entzieht den Einrichtungen des Volkes das Geld um es als Wirtschaftsförderung oder Bankenrettungspaket an die Eliten umzuverteilen.
Die Verarmung der Deutschen Bevölkerung ist das Ergebnis einer Politik, die für niemanden gut sein kann.
Ebenso ist die Darstellung fallender Arbeitsloser eine Lüge, denn nicht nur das die Statistiken gefälscht werden, sie sind auch noch anhand der Beschäftigungszahlen, der Einkommenssteuererhebung indirekt wiederlegbar, denn wer keine Einkommenssteuer
zahlt, hat auch keine richtig bezahlte Arbeit und das betrifft in unserem Lande immer mehr. Die Warscheinlichkeit arbeitslos zu werden, betrifft mittlerweile die gesamte Bevölkerung, auf deren Konto keine Millionen liegen.
Und es ist bezeichnend das es keine Steuergrenze nach unten, aber durchaus eine nach oben gibt.
Es sei auch erwähnt, auch Arbeitslose zahlen Steuern, bei jedem Einkauf, bei jedem Tanken, bei jeder kleinen Rechnung.
Dazu kommen auch zahlreiche Kultur- und Kunstschaffende die als Grasstutzer oder
Spielzeuganmaler illegal zwangsbeschäftigt werden. Händel wäre heute ein 1-Euro-Jobber, Goethe ein Hartz-IV Faulenzer und Bethoven wäre ein Obdachloser.
Das Heer der Arbeitslosen garantiert die Erpressung der Arbeitnehmer per Arbeitsvertrag. Das Existenzminimum Arbeitsloser zu senken führt direkt zur Lohnsenkung. Die Rechtsbrüche an Arbeitslosen führen zu rechtslegalisierten Überwachungen und Kündigungen von Arbeitnehmern aufgrund eines alten Brötchens o.ä.
Die Propaganda vom “Gürtel enger schnallen” führt direkt zu finanziellen Gewichtsverlusten aller.
Liebe Leute, es geht um euer Geld, um eure Zukunft um eure Sicherheit.
Lasst euch nicht einwickeln, das Gehetze auf angeblich faule Arbeitslose ist keine Lösung der Probleme, es ist nur der Weg abwärts.
Wenn ihr aufwärts gehen wollt, müsst ihr das Existenzminimum anheben,
was auch den Niedriglohn und alle weiteren Gehaltsstufen erhöht.
Natürlich wird kein Unternehmer freiwillig auf die gewohnten Gewinne verzichten,
natürlich werden sie behaupten, das koste Arbeitsplätze und natürlich werden sie
das in Medien breittreten und jammern.
Die professionelle bunte Volksverblödung eines Zweiparteiensystems ist schon seit 40 Jahren nicht mehr in der Lage die Probleme zu lösen, weil garkein echtes Interesse
an einer Lösung besteht, es besteht jedoch sehr großes Interesse die Gewinne weiter
zu erhöhen und das erreicht früher oder später auch euch – egal wie fleissig ihr seid.
Die Aufhetzung von Arbeitnehmern gegenüber Rentnern, Arbeitslosen, Ossis, Ausländern usw. ist nur eine Modernisierung der Naziidiologie um einen Schuldigen
zu definieren, um die Menschen von den eigentlichen Problemverursachern abzulenken.
Im Grundgesetz steht, keine Monopole, keine Zwangsarbeit, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und freie Weltanschauung. Diese Grundgesätze werden seit langem gebeugt und das immer unverschämter.
Und nur wer Angst vor der Wahrheit hat, löscht die Diskussion.
Gruss Hans Maier
Drehbuchautor für abendfüllende Spielfilme,
zwangsbeschäftigt für 1 Euro auf einem Vollzeit-Arbeitsplatz der vor 10 Jahren wegrationalisiert wurde. Den die Kürzung der Förderungen für Drehbuchautoren
in die Hände der Arge trieb, die ihn rechtswidrig schikaniert.
>>>Vielleicht sprechen Sie einmal mit ALG-II-BezieherInnen und fragen sie danach, wieso diese arbeitslos sind.
Ich will es mal kurz machen: Genau diese Frage stelle ich mir schon lange.
Aber zu Ihrer Frage: Ich habe leichte Hemmungen, wenn ich jetzt schreibe, dass ich in meinem Berufsleben (21 Jahre) noch keinen Tag Arbeitslos war. Selbst Kurzarbeit ist an mir vorrüber gegangen.
Das hat nicht nur was mit dem Begriff “Glück” zu tun. Nein, ganz bestimmt nicht.
Leute wie Sie Herr Platta, die kotzen mich an. Schuld bei anderen suchen, ist einfach. Der Staat ist schuld, die Mitarbeiter in den sog. Jobcentern sind Schuld, diverse Arbeitgeber haben Schuld.
Nur Sie und Ihre sogenannten “Zwangsarbeitslosen” – die trifft natürlich keine Schuld. Nein, warum auch.
Es ist traurig, dass Sie “normale” Arbeiter gegen Arbeitslose ausspielen. Warum machen Sie das? Erklären Sie mir das!
Aber bitte in normalen Sätzen und nicht in Ihrer arroganten Art. Denn diese steht Ihnen ganz bestimmt nicht zu.
@Herr Maier:
Sie sind offensichtlich ein ebenso Verwirrter wie Herr Platta. Und mehr als irgendwelche hohlen Phrasen nachzuplappern die sie irgendwo aufgeschnappt haben, sind sie auch nicht in der Lage.
Kein Arbeitgeber kann daran interessiert sein hohe Gewinne einzufahren um auf der anderen Seite die Löhne niedrig zu halten. Qualität hängt in erster Linie von den Qualifikationen der Arbeitnehmer ab. Ohne Qualifikation gibt es kein Bestehen am Markt. Und ohne entsprechend hohen Löhnen wird kein Arbeitgeber qualifizierte Arbeitnehmer finden.
Aber wenn der Arbeitgeber für sein qualitativ hochwertiges Produkt nur 99 Cent bekommt weil der Kunde ja nicht mehr bezahlen will, davon auch noch horrende Sozialabgaben wie z.B. 14,9% Krankenversicherung abdrücken muss, weil die ganzen Arbeitslosen ja nichts in selbige einzahlen, dann bleibt am Ende nicht viel für den Arbeitnehmer übrig.
Würden sie zur Gruppe der qualifizierten Arbeitnehmer gehören oder hätten Sie dieser jemals angehört, wüssten Sie das.
Aufgrund ihrer vorgeführten geringen Intelligenz sehe ich diesmal davon ab, sollten Sie jedoch hier noch einmal einen Nazivergleich ziehen, können Sie sich auch noch von den Justizbehöreden verfolgt fühlen. Denn dann werde ich Anzeige wegen Beleidigung erstatten.
@alle
359 Euro Alleinstehend + plus Miete (Ostdeutschland zwischen 260 und 280 Euro max.)
323 Euro Paare + Miete
Kinder 215 Euro bis 6 Jahre MINUS Kindergeld
Kinder 251 Euro bis 14 Jahre MINUS Kindergeld
Kinder 287 Euro ab 15 Jahre MINUS Kindergeld
Hinzuverdienst: max.100 Euro ohne Abzug!
ansonsten Abzüge gestaffelt von 100 – 400 Euro, 400 bis 800 Euro, und 800 bis 1400 Euro
Abzüge 30, 40, bis 100 Prozent
Die Diskussion läuft doch total falsch! Herr Platta weist explizied hin, dass das Existenzminimum (Pfändungsfreigrenze) wesentlich über dem ALG II Bezug liegt!
Die Diskussion sollte doch dahin führen, zu überlegen, welcher Kampf angestellt werden muss, das höhere Löhne endlich gezahlt werden. Ein Beispiel ist: Mindestlöhne von mindestens 10 Euro. Mit all den unsinnigen Diskussionen wird doch nur vom Relevanten abgelenkt. Auf der einen Seite wird Deutschland zum Steuerparadies – nicht für die Arbeiter, nur für die Stinkreichen – auf der anderen Seite wird kein menschwürdiger Lohn gezahlt. Im Osten sieht es leider so aus, das in der Dienstleistungsbranche fast nur noch 400 Euro gezahlt werden. Alles soll so wie in Amerika werden – niedrige Löhne und zwei oder drei Jobs jeder. Der Arbeiter wird immer ärmer und die Reichen immer reicher – ihr könnt ja gleich eine Neid-Debatte anfangen. Aber das würde dann auch am Thema vorbei gehen!
LG
Ubasser