Keine Diskussion!

28. März 2006
Transparency Deutschland hat die Diskussion auf den Blogs zu diesem Thema zur Kenntnis genommen. Wir vertreten die Ansicht, dass Weblogs nicht als Forum für die Weiterverbreitung von Falschdarstellungen missbraucht werden sollten.

Aus einer (zurückgezogenen) Pressemeldung der TI Deutschland

Der Meinung ist nicht nur TI-D, sondern viele andere Blogger denken genauso. Und es gab auch eine Diskussion ob der Beitrag von Moni in der Form vertretbar war oder nicht. Und ja, es gab sogar Menschen (Blogger), die der Meinung waren das man den Beitrag durchaus hätte “Abmahnen” können. Martina Kausch zum Beispiel hier in den Kommentaren.
Jens Scholz hatte mich mehrfach (in Kommentaren und Artikeln in seinem Blog) darauf hingewiesen das Blogger nicht so leichtgläubig sind wie es oft den Anschein hat. Andere Blogger hatten schon mehrfach darauf hingewiesen das man nicht blindlings jede Sau durch Klein Bloggersdorf treiben soll. Ich bin ebenfalls der Meinung das man auch als Blogger sich überlegen muss was man veröffentlicht und was nicht. Meinungsfreiheit bedeutet nicht Verantwortungslosigkeit.

Allerdings wurde diese Diskussion um eine “Bloggerethik” nicht von en Bloggern totgeredet oder abgewürgt. Sie wurde vom Justiziar der TI-D unterbunden.
TI-D hat somit eine sehr wichtige Diskussion, die unter Umständen die zukünftige Art des Bloggens hätte beeinflussen können, abgewürgt. Derzeit wird also eine ganz andere Sau durchs Dorf getrieben. Es geht nicht mehr darum was man als Blogger veröffentlichen sollte, sondern nur noch darum wie TI-D seine (finanzielle) Macht missbraucht.
Doch hier hat TI-D anscheinend die Rechnung ohne den sehr wichtigen Faktor Öffentlichkeit gemacht. Ein einzelner Blogger hat vielleicht nicht so viel Einfluss und Geld wie eine große Organisation. Doch die Masse machts. Viele kleine Stimmen können sehr unangenehm laut werden. Und irgendwann melden sich auch mal die “großen” Stimmen [1,2,3,4,5,6, usw.]. Diese zu ignorieren wird wohl wesentlich schwerer werden.

TI-D wollte aus einr Mücke einen Elefanten machen. Das hat nicht so ganz geklappt, denn derzeit kämpfen sie gegen einen Mückenschwarm anstatt gegen einen Elefanten. Anscheinend hat die Organisation es immer noch nicht begriffen das sie es hier nicht mit den üblichen Medien zu tun hat. Würde TI-D sich im Clinch mit einer Zeitung befinden, könnte ihre Strategie aufgehen. Mit der Elefantenbüchse auf unliebsame Veröffentlichungen schießen. Bisher scheint das immer ganz gut funktioniert zu haben. Doch nun schießen sie mit ihrer Elefantenbüchse in den Mückenschwarm. Und was (oder wen) treffen sie? Nichts und niemanden.
Anwälte, Abmahnungen, Pressemitteilungen. Das sind die Werkzeuge mit denen man gegen große Unternehmen vorgeht. In der Blogsphäre haben sie nur geringe Wikung und verfehlen ihr Ziel. Mit diesen Mitteln erreicht man sogar eher das Gegenteil von dem was man erreichen will.
Einer der es wohl besser und schneller begriffen hat, war Jean Remy von Matt. Anstatt seinen Anwalt anzurufen, hat er einfach zurück gemosert. Die Sache war nach wenigen Tagen vom Tisch. Und mehr noch, JRvM hat sich mit seinen “Klowänden” auf ewig in der Blogsphäre verewigt und sich einen Namen gemacht.
Ich muss JRvM nicht mögen. Ich muss auch nicht mögen was er macht. Aber für sein Verhalten sollte man ihn zumindest respektieren.

Ich denke es gäbe mehr und fruchtbarerere Diskussionen wenn es mehr Menschen wie JRvM geben würde. Mit Organisationen wie TI-D und ihrem Rumpelstielzchen Justiziar Marten bringt das doch alles nichts. Keine Diskussion, keine Ergebnisse, kein Fortschritt. Ein Dinosaurier der verzweifelt gegen einen Mückenschwarm kämpft.
Die Dinosaurier sind vor etlichen Millionen Jahren ausgestorben. Die Mücken haben überlebt.

PS:
In manchen Dingen übertreibt Transparency International es mit der eigenen Transparenz aber ein wenig. Das* sollte nach Möglichkeit nicht für jeden zugänglich sein. So wie es aussieht, sucht TI-D sich das Personal wirklich nach dem Portmonaie und nicht nach den Fähigkeiten aus. War das vielleicht der Grund für die Kündigung nach der Probezeit? Konnte die Frau irgendwas halbwegs richtig machen? Quasi überqualifiziert?

Nachtrag:
* Unter diesen Link konnte man bis ca. 19 Uhr noch eine Datei finden die detailiert die PHP-Version anzeigt (phpinfo.php). Das ist eine Sicherheitslücke die selbst Hobbywebmastern bekannt sein und nicht unterlaufen sollte.

Ralf

Es existieren 4 Kommentare für diesen Eintrag:

1
Tobias schrieb:

Mit den Links in deinem Beitrag ging ein bisschen was durcheinander. Der Kommentar von Martina Kausch oben ist nicht richtig verlinkt. Und der letzte Link im Beitrag, der zu http://www.transparency.de/phpinfo.php führen soll, führt ins Leere.

2
Ralf schrieb:

Danke für die Hinweise. Der letzte Link führte bis vor kurzem noch auf eine php-info-Seite auf der man sehen konnte welche PHP-Version auf der Webseite eingesetzt wird. Die Datei wurde so gegen 19 Uhr entfernt (siehe auch hier). Scheint so als wenn die doch noch die Blogsphäre beobachten.

3
Jens schrieb:

der herr webmaster war wohl anderweitig beschäftigt :-)

4

[...] Anscheinend ist einigen nicht ganz klar, wie man mit Blogs und deren SchreiberInnnen umgehen muss. Ralf hat in seinem Blog die Geschichte mit Moni noch mal ein wenig beleuchtet. [...]