Hurra! Ich lebe noch

07. Oktober 2007

Es ist inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr das ich mit heiler Haut abends nach Hause komme. Der Grund dafür ist, dass ich in der letzten Woche fast täglich die A44 Richtung Kassel und anschließend über die A7 Richtung Göttingen fahren musste. Aber auch die andere Richtung, A7 von Göttingen dann A44 Richtung Dortmund sind nicht ohne.
Ich fahre selten eine Strecke auf der die Autofahrer so frei drehen wie auf der A44. Ganz besonders morgens, wenn es noch dunkel ist, scheinen die Autofahrer da irgend etwas im Kaffee gehabt zu haben. Nehmen wir mal zum Beispiel die Lichthupe.
LKW-Fahrer benutzen die Lichthupe als Hilfsmittel. Wenn sich zwei LKWs überholen, ist es für den überholenden nicht ganz einfach abzuschätzen wann er vorbei ist und gefahrlos wieder einscheren kann. Ich bin da ein wenig im Vorteil da ich eine Heckkamera habe die wie ein Dritter Außenspiegel einsetzbar ist und ich somit ganz genau sehen kann wann ich vorbei bin.

So ein 40 Tonner ist gut 20 Meter lang und hat nur zwei kleine Funzeln am Heck (Positionsleuchten) die andeuten wo der LKW zu ende ist. Regnet es und ist es dazu noch dunkel, wird es schon schwer im Rückspiegel zu erkennen ob man nun schon am anderen LKW vorbei ist oder nicht. LKW-Fahrer sind in der Regel aber kooperativ und helfen sich beim Überholen. Das Minimum an Hilfe besteht darin, kurz die Lichthupe zu betätigen und dem überholenden LKW zu signalisieren das er vorbei ist und gefahrlos einscheren kann. Manchmal dauert so ein Überholvorgang auch etwas länger und man kann ja als Fahrer nicht ständig in den Rückspiegel schauen. Von daher ist es meistens mehr als nur eine nette Geste wenn der LKW, der überholt wird, die Lichthupe betätigt. Es ist zum Teil auch reiner Selbstschutz. Wer will schon das dass Heck eines anderen LKW an die eigene Fahrertür klopft.

Wozu PKW-Fahrer die Lichthupe benutzen dürfte klar sein. Um Frust abzubauen, sich den Weg frei zu beamen, andere Kraftfahrer (sowohl PKW- als auch LKW-Fahrer) zu terrorisieren oder einfach nur so aus Spaß ohne jeden Sinn und Verstand.
Auf der A44 ist es besonders häufig zu beobachten das PKW-Fahrer mal lustig die Lichthupe betätigen wenn sie hinter einem LKW her fahren müssen weil der gerade einen anderen überholt. Da spielt der Abstand zum LKW absolut keine Rolle. Ob das nun 2 Kilometer, 200 Meter oder auch mal nur 2 Meter sind, ist den PKW-Fahrern völlig wurscht. Offensichtlich denken sie, dass es reicht in 2 Kilometern Entfernung ein paar mal die Lichthupe zu betätigen damit ein LKW den gerade begonnen Überholvorgang sofort abbricht und sie ungestört weiterhin mit ihren 180 Sachen die Autobahn runter brettern können. Das es einen LKW-Fahrer irgendwie so rein gar nicht stört ob da am Horizont hinter ihm irgend etwas aufblinzelt oder nicht, stört die PKW-Fahrer nicht. Es wird munter Gebrauch von der Lichthupe gemacht, in der wagen Hoffnung eines Tages doch mal Erfolg zu haben.
Sicherlich wäre es wesentlich schlauer anstatt die Lichthupe einfach den Bleifuß mal vom Pedal zu nehmen. Denn dann würde der PKW erst dann den LKW erreichen, wenn dieser den Überholvorgang schon abgeschlossen hat. Aber wo gibt es schon halbwegs intelligente PKW-Fahrer? Also die sind nun wirklich eine äußerst seltene Spezies.

Erst letztens hatte ich also so einen Halbstarken mit leuchtkräftigen Scheinwerfern und schweren Bleifuß. Kaum wurde ich von einem Hängerzug (Länge ca. 20 Meter, Gewicht ca. 40 Tonnen) überholt, blitzte es auch schon hinter mir am Horizont auf. Nur wenige Sekunden später blitzte es wieder auf. Und kurz darauf schon wieder. Ein Blaulicht, welches diese intensive Nutzung der Lichthupe ggf. hätte berechtigen können, war hingegen nicht zu sehen.
Was hingegen kurze Zeit später zu sehen war, war ein dunkler Mittelklasse-PKW der keine 2 Meter hinter dem Hängerzug klebte und irgendwie nervös wirkte. Nun sind 2 Meter Sicherheitsabstand schon nicht wirklich schlau. Und auch eiliges Rasen bringt niemanden schneller ans Ziel wenn vor einem ein unverrückbares Hindernis seine Bahnen zieht. Aber was der PKW-Fahrer dann tat, war fast sein Todesurteil. Erst zog er nach links, dann zog er extrem weit nach rechts bis er mich fast rammte. Wohl ein wenig darüber verärgert das er seine Todesfahrt nicht ungehindert fortsetzen konnte, betätigte er die Lichthupe.
Es geschah was sich leicht hätte verhindern lassen. Der Fahrer des Hängerzuges dachte wohl ich hätte die Lichthupe betätigt und ihm signalisiert das er einscheren kann. Vielleicht war er noch nicht ganz wach oder hatte einfach instinktiv reagiert. Vielleicht wollte er auch einfach nur den hypernervösen Halbstarken hinter sich ärgern. Egal was es war, er zog stramm nach rechts obwohl sein Heck kaum mein Fahrerhaus passiert hatte.
Was man, oder zumindest ich, in so einer Situation dann macht, ist rein instinktiv. Vollbremsung und Ausweichmanöver nach links. Dazu Abstützen mit den Händen an den Lenkradspeichen, was bei meinem LKW die Hupe auslöst. Der Hängerzugfahrer bemerkte daraufhin wohl das es keine so gute Idee war die Spur zu wechseln und zog ebenfalls ruckartig wieder nach links.
Nun hatte der leuchtkräftige Halbstarke ein ernst zu nehmendes Problem. Vor ihm ein 40 Tonnen Hängerzug der panisch bremste weil er nicht wusste was los war. Und rechts neben ihm ein Sattelschlepper der ebenfalls panisch bremsend auf ihn zu kam. Ich kann mir nicht vorstellen das es irgend einen Menschen auf diesen Planeten gibt der da gelassen bleibt wenn rechts neben ihn qualmende Reifen auf ihn zugesteuert kommen. Auch unser leuchtkräftige Halbstarke hatte nicht diese Nerven und machte ebenfalls eine Vollbremsung. Sein und in gewisser Weise auch mein Glück. Andererseits hätte ich ihm seinen Mitteklasseschlitten so in die Leitplanken gedrückt, dass von ihm als Fahrer nicht viel mehr als ein Häufchen blutiges Hackfleisch übrig geblieben wäre.

Nun befand ich mich dank Vollbremsung hinter dem Hängerzug und machte meinem Unmut über sein voreiliges Manöver die Spur zu wechseln mittels Lichthupe Luft. Der Hängerzugfahrer hatte sich inzwischen auch wieder gefangen seinen Fehler erkannt und zog langsam auf die rechte Spur. Alleine der halbstarke Vollhonk hinter mir war nicht von seinem Vorhaben, sich das Leben zu nehmen, abzubringen. Er betätigte nun die Lichthupe noch heftiger und häufiger als vorher.
Da ich um einiges leichter als der 40 Tonner war, konnte ich diesen nun gemütlich einholen, drosselte in Höhe seines Führerhauses das Tempo und schaute rüber. Dort ging die Innenbeleuchtung an und ich sah einen relativ jungen Fahrer der noch sichtlich von dem Vorfall gezeichnet war. Ich schaltete ebenfalls die Innenbeleuchtung ein und deutete ihm per Handzeichen an das er es erst mal ganz ruhig angehen lassen sollte. In unseren Rückspiegeln konnten wir nun sehen wie der halbstarke Vollhonk ein wahres Feuerwerk an Lichttechnik entfachte. Neben Lichthupe benutzte er nun auch noch wahlweise Blinker links und Blinker rechts.
Mal davon abgesehen das der Vollhonk soeben beinahe einen schweren Unfall mit zwei LKWs provoziert hatte, wird mir sowas auf Dauer einfach zu blöd. Also geht als erstes einmal die Nebelschlußleuchte an. Auf einer geschätzten Entfernung von 2-3 Metern zeigt sie in der Regel ihre Wirkung und man kann seinen Überholvorgang in Ruhe beenden. Bei dem halbstarken Vollhonk zeigte sie nur kurz Wirkung. Ich war an dem Hängerzug noch nicht ganz vorbei, da ging das Leuchtgewitter hinter mir schon wieder los. Jetzt war ich vollends sauer und latschte als erste Maßnahme mal satt auf die Bremse. Als zweite Maßnahme schaltete ich meine Arbeitsschscheinwerfer ein. Das sind zwei nette kleine Leuchten die dazu dienen beim Abladen den Bereich hinter dem LKW taghell auszuleuchten. Sicherlich ist es nicht erlaubt die Dinger während der Fahrt einzuschalten. Normalerweise ist es auch nicht vorgesehen das sie während der Fahrt eingeschaltet werden. Aber hier ging es aus meiner Sicht um Leib und Leben. Für mich war das Notwehr. Nichts anderes.
Immerhin konnte ich nun den Überholvorgang zu ende bringen. Allerdings zeichnete sich nun bereits ab das der Hängerzug wieder an mir vorbei wollte. Wenn er vorher schon schneller war, wird er es nun auch wieder sein. Und kaum hatte ich wieder eingeschert, setzte er den Blinker und zog raus. Die Bahn hinter uns war frei. Es war kein Fahrzeug zu sehen, keine Scheinwerfer, nichts was darauf hindeutete das dort jemand mit höherer Geschwindigkeit hätte überholen wollen. Was ich dann erlebte war aber schon kriminell. Der halbstarke Vollhonk hatte tatsächlich sein Licht ausgeschaltet und wollte noch überholen. Klar das er abermals zwischen Leitplanke und LKW geriet als der Hängerzug ausscherte. Klar das der Vollhonk der übrigen Welt die Schuld an seinem verpfuschten Leben gab. Klar das er abermals intensiv Gebrauch von der Lichthupe machte bis zu dem Punkt wo er mit ständig eingeschaltetem Fernlicht fuhr. Zum Glück ließ sich der Hängerzugfahrer nun nicht mehr irritieren und zog seelenruhig seine Bahnen.
Was danach folgte ist Truckeralltag. Irgendwann schaffte der Vollhonk es dann doch noch uns beide zu überholen und versuchte krampfhaft einen von uns beiden auszubremsen.
Sein Pech das weder der Hängerzugfahrer noch ich mich auf dieses dämliche Spielchen einließen und wir ungebremst weiter fuhren. Ich habe absolut kein Problem damit solchen Menschen meine Stoßstange in ihr Heck zu rammen. Im Falle eines Unfalles wäre ich nämlich mal sehr gespannt darauf, wie der Vollhonk dem Richter erklären will warum er auf freier Strecke 1 Meter vor einem LKW eine Vollbremsung hinlegt.
Eine Frage stellt sich mir allerdings noch. Ich bin selber früher schnelle und sehr schnelle Autos gefahren. Ich habe die Endgeschwindigkeit meiner Autos auch mehr als einmal ausgenutzt. Was ich jedoch nie getan habe, ist die Lichthupe einzusetzten. Weder damals noch heute konnte ich den Sinn darin erkennen die Lichthupe zu betätigen wenn man schnell fahren will. Ich bin immer schneller voran gekommen wenn ich einfach mal kurz den Fuß vom Gaspedal genommen hatte. Niemand fühlte sich provoziert und die meisten zogen auch recht zügig wieder rechts rüber.
Gut, ich gebe es zu. Auch ich hatte anfangs den einen oder anderen angeblinkt wenn er “vergessen” hatte das es mehr als nur die eine Spur gibt. Aber das brachte es nicht. Die meisten fühlten sich irgendwie angepisst und blieben dann erst recht auf der rechten Spur. Manche verringerten sogar noch das Tempo. So Fahrlehrerhaft. Irgendwann hatte ich mir dann angewöhnt solche Geschöpfe einfach rechts zu überholen. Das ging schnell, war weniger gefährlich (verhinderte Fahrlehrer auf der linken Spur wechseln niemals nach rechts) und ich schonte meine Nerven.

Was bringt es also die Lichthupe zu betätigen? Befreit es irgendwie von Seelenpein aufgrund von Termindruck? Ist es so eine Art Reflex? Bekommt man das in irgend einer Fahrschule beigebracht?
Ich weiß es nicht, werde es wahrscheinlich auch nie verstehen.

Ralf

Es existieren 45 Kommentare für diesen Eintrag:

1
Kiki schrieb:

Puh. Als Smartfahrer ist man ja mit der linken Autobahnspur nicht so recht vertraut, aber dafür bestens mit lichthupenden Deppen, die meinen man dürfe mit einem Auto unter 400 PS keinesfalls überholen und am besten gar nicht erst vom Parkplatz fahren. Die Rennbahn in meiner Umgebung ist die A23, wo teils noch keine Geschwindigkeitsbegrenzung herrscht. Da macht man – gerade in der dunklen Jahreszeit – drei Kreuze, wenn man heile wieder zuhause ist.
Schön, mal wieder was von Dir zu lesen.

2

Jaja, immer wieder schön, diese Discofreaks!
Ich versuche mir gerade krampfhaft vorzustellen, wie Du Dich mit Deinem LKW erst über den Berliner Ring quälst, und anschließend in die Berliner City rein – das dürfte für Dich der absolute Horror werden!
Mal ganz ehrlich: Ich war zu Fernverkehrszeiten immer froh, wenn ich den Osten hinter mir gelassen hatte und rund ums Ruhrgebiet gefahren bin – hier zählst Du von 20 LKW´s lediglich 2 deutsche, der Rest sind Litauer, Polaken und Russen. Die warten meist garnicht erst ab, ob die blinzelst. Die kommen total übermüdet aus Polen, fahren noch die A12 bis zum Ring, um sich dann irgendwann einen Standplatz zu suchen, und mittendrin “stehst” Du mit Deinem auf 85km/h gedrosselten Miniatur-LKW mit Tankaufbau und hoffst, lebend am Dreieck Nuhtetal anzukommen.

3

[...] spannende und sehr lehrreiche Einblicke in den Alltag eines LKW-Fahrers: Hurra! Ich lebe noch. Ich kann diesen Artikel wirklich nur wärmstens empfehlen, lesen, merken, dran denken. Artikelzusatzinfos 1. Tags: autobahn, autofahren, verkehr 2. Related Postings [...]

4
Werner schrieb:

Netter Artikel. Wenn Sie damit fertig sind (mit dem Lesen), dann lesen Sie mal den hier.

5
Haentz schrieb:

Die Lichthupe ist als Signal zum Überholen erlaubt und vollkomen legitim. Nicht erlaubt ist sie, um nach dem 5km dauernden Elefantenrennen, das die LKW-Fahrer unter “überholen” verstehen, den Vordermann zum Einschehren aufzufordern.

6
.markus schrieb:

Haentz, ist ja sicherlich berechtigt deine Sichtweise, aber überleg mal wo der ganze frische Scheiß herkommt, den du täglich konsumierst?

7
Torsten schrieb:

Ich mag keine Vollhonken – aber verstehe ich das richtig? LKW-Fahrer ziehen mal eben nach rechts, wenn irgendwas hinter ihnen aufblitzt? Und wenn jemand nervt, versuchen sie ihn zu blockieren und zu blenden? Mal abgesehen davon lassen die Entfernungs-Angaben in dem Artikel (Vollbremsung mit einem Meter Abstand ohne Kollision) nur darauf schließen, dass die Physik auf dieser Autobahn mal eben außer Kraft gesetzt war, dass der Autor nicht mal ungefähr Entfernungen einschätzen kann oder dass die Geschichte hier der Fantasie entspringt.

8
Haentz schrieb:

Hi markus,
also… Zum einen konsumier ich keinen Scheiß. Auch und vor allem nicht, wenn er frisch ist… Aber ich weiß natürlich, was du meinst ;) Ja, ohne den Güterkraftverkehr geht in Deutschland nichts. Meiner Meinung nach ist das ein Fehler und abgesehen davon nicht mein Problem. Ich würde gerne ein paar Cent mehr für mein Joghurt zahlen, wenn dafür nicht dauernd irgendwelche Brummifahrer versuchen würden, sich brutal vor mir auf die linke Spur zu drängen. Genau dagegen muss ich mich immer wieder mit Lichthupe und Hupe zur Wehr setzen, wenn mal wieder ein LKW-Kutscher seinen 40-Tonner als Waffe einzusetzen gedenkt.

9
Mario schrieb:

Ich bin nie LKW gefahren, aber dafür Flughafenzubringer im VIP-Dienst. Kein Fahrzeug unter 300PS, keins unter 100kEUR. Aber eins war und ist mein Motto auf der Autobahn: Ich bremse auch für Brummies!

Mit unseren PKWs dauert es rund 2 Sek. die Idealgeschwindigkeit wieder zu erreichen. Ein LKW kämpft km-weit darum, wieder hoch zu beschleunigen… Und was das für unnötige Kosten sind. Und ein LKW der vor mir links blinkt bekommt immer die Lichthupe von mir zu sehen: Als Zeichen, dass er rüber soll! Dafür sehe ich dann auch regelmäßig Blinker-Links/Blinker-Rechts :-)

Aber wen ich wirklich hasse, das sind die Busfahrer!

10
Bronco schrieb:

Hi Tom,
ich kann deine Reaktion auf diesen Autofahrer sehr gut verstehen. Auch ich habe so meine Erfahrungen mit notorischen links Tränglern gemacht und lasse mich auch gerne mal dazu hinreißen den Überholvorgang ein wenig zu verlängern. Allerdings hättest du als Berufskraftfahrer sicher auch vernünftiger reagieren können. Als LKW-Fahrer bist du natürlich der stärkere, aber es hätte dir auch nicht weh getan den Fahrer nach der ersten kritischen Situation ziehen zu lassen, denn dadurch hättest du die folgenden kritischen Situationen sicher verhindern können. Ich kann dir einfach nur den Rat geben: Lass dich von solchen Fahrern nicht aus der Ruhe bringen, denn du kannst nur 2 Dinge davon haben. Unnötigen Stress oder einen beschädigten LKW. Im schlimmsten Falle sogar verletzte Menschen.
Außerdem machst du dich ja selbst strafbar durch Aktionen mit Nebelschlussleuchte, Arbeitsscheinwerfer oder Autobahnblockade.
Wir alle kennen schließlich auch genug Beispiele von LKW-Fahrern die im letzten Moment ausscheren und den PKW-Fahrer so zu einer Vollbremsung zwingen.
Erst vor kurzem hat knappe 20m vor mir einen Muldenkipper ohne Blinker so schnell rausgezogen, dass er bedrohlich ins Schwanken geriet. Mein Leben hab ich sicher meinem ABS und ESP zu verdanken dass mir das Ausweichmanöver bei 180km/h mit stehenden Reifen über 2 Spuren auf den Standstreifen ermöglichte ohne dass ich die Kontrolle verloren habe.

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Torsten schrieb:

Bronco: Ich fahre nicht viel auf Autobahnen, aber wenn du auf der Überholspur bist und vor Dir will ein LKW ausscheren, dann ist die Lichthupe KEINE gute Idee. Fahr einfach langsamer oder schwenke sogar nach rechts ein.

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Torsten schrieb:

Err, ich meinte Mario.

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Ralf schrieb:

“irgendwelche Brummifahrer versuchen würden, sich brutal vor mir auf die linke Spur zu drängen.” … das sind die Leute, denen auch ständig irgendwelche Bäume in den Weg springen, gell.

@Torsten: Ich sitze 5-6 Tage die Woche 9-10 Stunden hinterm Lenkrad. Mal davon abgesehen das ich meinen LKW in Lücken abstelle wo andere nicht einmal mit dem Einkaufswagen rein kommen, habe ich mit der Zeit so etwas wie einen Siebten Sinn entwickelt (bzw. entwickeln müssen). Wenn man viel unterwegs ist, erkennt man oft wenn jemand vor hat die Spur zu wechseln oder man einen Vollidioten vor sich hat der versuchen wird einen auszubremsen.
Das schöne an den neuen LKWs ist, dass sie in der Regel alle mit Tempomat ausgestattet sind. Ich kann also in Ruhe den Fuß die ganze Zeit über die Bremse halten während ich mit dem Daumen die Geschwindigkeit regele. Das ist den meisten Autofahrern nicht möglich. Die müssen erst mühsam ihre Bleilatschen vom Gaspedal, wo die in der Regel auch noch festkleben, lösen und dann irgendwie die Bremse finden.
Wenn ich mit meinem LKW eine Vollbremsung mache, dann steht der Fuß auf dem Pedal. Wenn ein Durchschnittsautofahrer eine “Vollbremsung” macht, dann nutzt er meistens höchstens 80% der Bremskraft.
Zum Thema Übersichtlichkeit: Mein LKW ist sowohl mit Rückfahrkamera (wie erwähnt) als auch mit Bordstein- und Pollerspiegel ausgestattet. Es gibt an dem Auto so gut wie keine toten Winkel. Wenn ich mir so manchen Autofahrer ansehe, wissen die nicht einmal ansatzweise wo ihr Auto aufhört oder anfängt.
Ich weiß also ganz genau wie lang 1 Meter ist und kann auch sehr gut überblicken wie weit ein Auto von mir entfernt ist.

Nun mal zu deinen Fragen. Die erste, ob ein LKW einschert nur weil hinter ihm etwas aufblitzt: “Es geschah was sich leicht hätte verhindern lassen. Der Fahrer des Hängerzuges dachte wohl ich hätte die Lichthupe betätigt und ihm signalisiert das er einscheren kann.“.
Warum der rechts rüber gezogen ist, kann ich nicht 100%ig beantworten. Einige Mögliche Gründe habe ich aufgezählt.

Im Falle eines Unfalles” … Ich kann die Physik auch nicht außer Kraft setzen. Deswegen würde es wohl täglich zu einem Unfall kommen wenn ich nicht schon vorher bremsen würde.

@Haentz: Die Lichthupe ist dann legitim, wenn der Vorausfahrende auch die Möglichkeit hat rechts rüber zu ziehen. Nicht um schon auf 2km Entfernung anzukündigen das man schwer Suizidgefährdet ist. Darüber hinaus ist allgemein der “Blinker Links” als ungefährlicheres (weniger Blendgefahr) und dezenteres Signal eingebürgert. Natürlich nur bei den zivilisierten Menschen.
Elefantenrennen? Du bist wahrscheinlich auch einer derjenigen die der Meinung sind das überholende LKWs ihr “Recht auf freie Fahrt” stark einschränken und sie “stundenlang” aufhalten würden.
Ich bin vor ein paar Monaten mit einem recht schnellen Transporter die Strecke Essen – Braunschweig – Bönen – Recklinghausen – Mönchengladbach – Essen gefahren. Das sind so um die 700km Autobahn. An einem Stück. Aufgrund von “Elefantenrennen” hatte ich maximal 4-5 Minuten Zeitverlust. Manche menschen scheinen wirklich daran zu sterben wenn sie ein oder zwei Minuten nicht mit den ihnen gewohnten 200 Sachen rasen können. Muss was Psychisches sein.

@Alle anderen (vor allem die noch was sagen wollen): Ich lege täglich mehrer heftige Bremsungen hin um einen Unfall zu vermeiden. Mehrfach klebe ich hinter einem arschlangsamen LKW fest bis sich eine ausreichend große Lücke auftut um diesen zu überholen. Und gerade an den Stellen wo man mit richtig viel Schwung überholen könnte (z.B. am Berg), bestehen in der Regel Überholverbote für LKW. ICH vertrödele jeden Tag genug Zeit weil ich nicht überholen kann oder darf.
Hingegen gibt es ausreichend suizidgefährdetet PKW-Fahrer die z.B. in der Baustelle auf der A2 bei Bad Eilsen diese komische Schild nicht kennen, welches ihnen das Überholen verbietet. Denen ist es schei-ss-e-gal ob da genug Platz ist oder nicht. Und ihnen ist es ebenfalls schei-ss-e-gal ob sie überholen dürfen oder nicht. Sie tun es. Und täglich gibt es eben in jener Baustelle Unfälle. Nicht wenige davon gehen auf das Konto von PKW-Fahrern die dieses Schild mit dem Schwarzem und dem Rotem Auto nicht kennen oder kennen wollen (oder angeblich nicht gesehen haben). Da wird gedrängelt, geblinkt und aufgeleuchtet was das Zeug hält. Passiert etwas, ist wie immer der LKW schuld. Wer sonst?

Würde ich über jeden Bekloppten einen Eintrag schreiben der mir so täglich begegnet, könnte ich damit ganze Blogplattformen füllen. Ich beschränke mich aber auf die absoluten Extremfälle.

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Mario schrieb:

@Torsten: Also 15Jahre positive Rückmeldungen der LKW-Fahrer haben mich bisher eines anderen belehrt!

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rh schrieb:

das löschen von kommentaren ist aber nicht die feine englische art…