Hurra! Ich lebe noch

07. Oktober 2007

Es ist inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr das ich mit heiler Haut abends nach Hause komme. Der Grund dafür ist, dass ich in der letzten Woche fast täglich die A44 Richtung Kassel und anschließend über die A7 Richtung Göttingen fahren musste. Aber auch die andere Richtung, A7 von Göttingen dann A44 Richtung Dortmund sind nicht ohne.
Ich fahre selten eine Strecke auf der die Autofahrer so frei drehen wie auf der A44. Ganz besonders morgens, wenn es noch dunkel ist, scheinen die Autofahrer da irgend etwas im Kaffee gehabt zu haben. Nehmen wir mal zum Beispiel die Lichthupe.
LKW-Fahrer benutzen die Lichthupe als Hilfsmittel. Wenn sich zwei LKWs überholen, ist es für den überholenden nicht ganz einfach abzuschätzen wann er vorbei ist und gefahrlos wieder einscheren kann. Ich bin da ein wenig im Vorteil da ich eine Heckkamera habe die wie ein Dritter Außenspiegel einsetzbar ist und ich somit ganz genau sehen kann wann ich vorbei bin.

So ein 40 Tonner ist gut 20 Meter lang und hat nur zwei kleine Funzeln am Heck (Positionsleuchten) die andeuten wo der LKW zu ende ist. Regnet es und ist es dazu noch dunkel, wird es schon schwer im Rückspiegel zu erkennen ob man nun schon am anderen LKW vorbei ist oder nicht. LKW-Fahrer sind in der Regel aber kooperativ und helfen sich beim Überholen. Das Minimum an Hilfe besteht darin, kurz die Lichthupe zu betätigen und dem überholenden LKW zu signalisieren das er vorbei ist und gefahrlos einscheren kann. Manchmal dauert so ein Überholvorgang auch etwas länger und man kann ja als Fahrer nicht ständig in den Rückspiegel schauen. Von daher ist es meistens mehr als nur eine nette Geste wenn der LKW, der überholt wird, die Lichthupe betätigt. Es ist zum Teil auch reiner Selbstschutz. Wer will schon das dass Heck eines anderen LKW an die eigene Fahrertür klopft.

Wozu PKW-Fahrer die Lichthupe benutzen dürfte klar sein. Um Frust abzubauen, sich den Weg frei zu beamen, andere Kraftfahrer (sowohl PKW- als auch LKW-Fahrer) zu terrorisieren oder einfach nur so aus Spaß ohne jeden Sinn und Verstand.
Auf der A44 ist es besonders häufig zu beobachten das PKW-Fahrer mal lustig die Lichthupe betätigen wenn sie hinter einem LKW her fahren müssen weil der gerade einen anderen überholt. Da spielt der Abstand zum LKW absolut keine Rolle. Ob das nun 2 Kilometer, 200 Meter oder auch mal nur 2 Meter sind, ist den PKW-Fahrern völlig wurscht. Offensichtlich denken sie, dass es reicht in 2 Kilometern Entfernung ein paar mal die Lichthupe zu betätigen damit ein LKW den gerade begonnen Überholvorgang sofort abbricht und sie ungestört weiterhin mit ihren 180 Sachen die Autobahn runter brettern können. Das es einen LKW-Fahrer irgendwie so rein gar nicht stört ob da am Horizont hinter ihm irgend etwas aufblinzelt oder nicht, stört die PKW-Fahrer nicht. Es wird munter Gebrauch von der Lichthupe gemacht, in der wagen Hoffnung eines Tages doch mal Erfolg zu haben.
Sicherlich wäre es wesentlich schlauer anstatt die Lichthupe einfach den Bleifuß mal vom Pedal zu nehmen. Denn dann würde der PKW erst dann den LKW erreichen, wenn dieser den Überholvorgang schon abgeschlossen hat. Aber wo gibt es schon halbwegs intelligente PKW-Fahrer? Also die sind nun wirklich eine äußerst seltene Spezies.

Erst letztens hatte ich also so einen Halbstarken mit leuchtkräftigen Scheinwerfern und schweren Bleifuß. Kaum wurde ich von einem Hängerzug (Länge ca. 20 Meter, Gewicht ca. 40 Tonnen) überholt, blitzte es auch schon hinter mir am Horizont auf. Nur wenige Sekunden später blitzte es wieder auf. Und kurz darauf schon wieder. Ein Blaulicht, welches diese intensive Nutzung der Lichthupe ggf. hätte berechtigen können, war hingegen nicht zu sehen.
Was hingegen kurze Zeit später zu sehen war, war ein dunkler Mittelklasse-PKW der keine 2 Meter hinter dem Hängerzug klebte und irgendwie nervös wirkte. Nun sind 2 Meter Sicherheitsabstand schon nicht wirklich schlau. Und auch eiliges Rasen bringt niemanden schneller ans Ziel wenn vor einem ein unverrückbares Hindernis seine Bahnen zieht. Aber was der PKW-Fahrer dann tat, war fast sein Todesurteil. Erst zog er nach links, dann zog er extrem weit nach rechts bis er mich fast rammte. Wohl ein wenig darüber verärgert das er seine Todesfahrt nicht ungehindert fortsetzen konnte, betätigte er die Lichthupe.
Es geschah was sich leicht hätte verhindern lassen. Der Fahrer des Hängerzuges dachte wohl ich hätte die Lichthupe betätigt und ihm signalisiert das er einscheren kann. Vielleicht war er noch nicht ganz wach oder hatte einfach instinktiv reagiert. Vielleicht wollte er auch einfach nur den hypernervösen Halbstarken hinter sich ärgern. Egal was es war, er zog stramm nach rechts obwohl sein Heck kaum mein Fahrerhaus passiert hatte.
Was man, oder zumindest ich, in so einer Situation dann macht, ist rein instinktiv. Vollbremsung und Ausweichmanöver nach links. Dazu Abstützen mit den Händen an den Lenkradspeichen, was bei meinem LKW die Hupe auslöst. Der Hängerzugfahrer bemerkte daraufhin wohl das es keine so gute Idee war die Spur zu wechseln und zog ebenfalls ruckartig wieder nach links.
Nun hatte der leuchtkräftige Halbstarke ein ernst zu nehmendes Problem. Vor ihm ein 40 Tonnen Hängerzug der panisch bremste weil er nicht wusste was los war. Und rechts neben ihm ein Sattelschlepper der ebenfalls panisch bremsend auf ihn zu kam. Ich kann mir nicht vorstellen das es irgend einen Menschen auf diesen Planeten gibt der da gelassen bleibt wenn rechts neben ihn qualmende Reifen auf ihn zugesteuert kommen. Auch unser leuchtkräftige Halbstarke hatte nicht diese Nerven und machte ebenfalls eine Vollbremsung. Sein und in gewisser Weise auch mein Glück. Andererseits hätte ich ihm seinen Mitteklasseschlitten so in die Leitplanken gedrückt, dass von ihm als Fahrer nicht viel mehr als ein Häufchen blutiges Hackfleisch übrig geblieben wäre.

Nun befand ich mich dank Vollbremsung hinter dem Hängerzug und machte meinem Unmut über sein voreiliges Manöver die Spur zu wechseln mittels Lichthupe Luft. Der Hängerzugfahrer hatte sich inzwischen auch wieder gefangen seinen Fehler erkannt und zog langsam auf die rechte Spur. Alleine der halbstarke Vollhonk hinter mir war nicht von seinem Vorhaben, sich das Leben zu nehmen, abzubringen. Er betätigte nun die Lichthupe noch heftiger und häufiger als vorher.
Da ich um einiges leichter als der 40 Tonner war, konnte ich diesen nun gemütlich einholen, drosselte in Höhe seines Führerhauses das Tempo und schaute rüber. Dort ging die Innenbeleuchtung an und ich sah einen relativ jungen Fahrer der noch sichtlich von dem Vorfall gezeichnet war. Ich schaltete ebenfalls die Innenbeleuchtung ein und deutete ihm per Handzeichen an das er es erst mal ganz ruhig angehen lassen sollte. In unseren Rückspiegeln konnten wir nun sehen wie der halbstarke Vollhonk ein wahres Feuerwerk an Lichttechnik entfachte. Neben Lichthupe benutzte er nun auch noch wahlweise Blinker links und Blinker rechts.
Mal davon abgesehen das der Vollhonk soeben beinahe einen schweren Unfall mit zwei LKWs provoziert hatte, wird mir sowas auf Dauer einfach zu blöd. Also geht als erstes einmal die Nebelschlußleuchte an. Auf einer geschätzten Entfernung von 2-3 Metern zeigt sie in der Regel ihre Wirkung und man kann seinen Überholvorgang in Ruhe beenden. Bei dem halbstarken Vollhonk zeigte sie nur kurz Wirkung. Ich war an dem Hängerzug noch nicht ganz vorbei, da ging das Leuchtgewitter hinter mir schon wieder los. Jetzt war ich vollends sauer und latschte als erste Maßnahme mal satt auf die Bremse. Als zweite Maßnahme schaltete ich meine Arbeitsschscheinwerfer ein. Das sind zwei nette kleine Leuchten die dazu dienen beim Abladen den Bereich hinter dem LKW taghell auszuleuchten. Sicherlich ist es nicht erlaubt die Dinger während der Fahrt einzuschalten. Normalerweise ist es auch nicht vorgesehen das sie während der Fahrt eingeschaltet werden. Aber hier ging es aus meiner Sicht um Leib und Leben. Für mich war das Notwehr. Nichts anderes.
Immerhin konnte ich nun den Überholvorgang zu ende bringen. Allerdings zeichnete sich nun bereits ab das der Hängerzug wieder an mir vorbei wollte. Wenn er vorher schon schneller war, wird er es nun auch wieder sein. Und kaum hatte ich wieder eingeschert, setzte er den Blinker und zog raus. Die Bahn hinter uns war frei. Es war kein Fahrzeug zu sehen, keine Scheinwerfer, nichts was darauf hindeutete das dort jemand mit höherer Geschwindigkeit hätte überholen wollen. Was ich dann erlebte war aber schon kriminell. Der halbstarke Vollhonk hatte tatsächlich sein Licht ausgeschaltet und wollte noch überholen. Klar das er abermals zwischen Leitplanke und LKW geriet als der Hängerzug ausscherte. Klar das der Vollhonk der übrigen Welt die Schuld an seinem verpfuschten Leben gab. Klar das er abermals intensiv Gebrauch von der Lichthupe machte bis zu dem Punkt wo er mit ständig eingeschaltetem Fernlicht fuhr. Zum Glück ließ sich der Hängerzugfahrer nun nicht mehr irritieren und zog seelenruhig seine Bahnen.
Was danach folgte ist Truckeralltag. Irgendwann schaffte der Vollhonk es dann doch noch uns beide zu überholen und versuchte krampfhaft einen von uns beiden auszubremsen.
Sein Pech das weder der Hängerzugfahrer noch ich mich auf dieses dämliche Spielchen einließen und wir ungebremst weiter fuhren. Ich habe absolut kein Problem damit solchen Menschen meine Stoßstange in ihr Heck zu rammen. Im Falle eines Unfalles wäre ich nämlich mal sehr gespannt darauf, wie der Vollhonk dem Richter erklären will warum er auf freier Strecke 1 Meter vor einem LKW eine Vollbremsung hinlegt.
Eine Frage stellt sich mir allerdings noch. Ich bin selber früher schnelle und sehr schnelle Autos gefahren. Ich habe die Endgeschwindigkeit meiner Autos auch mehr als einmal ausgenutzt. Was ich jedoch nie getan habe, ist die Lichthupe einzusetzten. Weder damals noch heute konnte ich den Sinn darin erkennen die Lichthupe zu betätigen wenn man schnell fahren will. Ich bin immer schneller voran gekommen wenn ich einfach mal kurz den Fuß vom Gaspedal genommen hatte. Niemand fühlte sich provoziert und die meisten zogen auch recht zügig wieder rechts rüber.
Gut, ich gebe es zu. Auch ich hatte anfangs den einen oder anderen angeblinkt wenn er “vergessen” hatte das es mehr als nur die eine Spur gibt. Aber das brachte es nicht. Die meisten fühlten sich irgendwie angepisst und blieben dann erst recht auf der rechten Spur. Manche verringerten sogar noch das Tempo. So Fahrlehrerhaft. Irgendwann hatte ich mir dann angewöhnt solche Geschöpfe einfach rechts zu überholen. Das ging schnell, war weniger gefährlich (verhinderte Fahrlehrer auf der linken Spur wechseln niemals nach rechts) und ich schonte meine Nerven.

Was bringt es also die Lichthupe zu betätigen? Befreit es irgendwie von Seelenpein aufgrund von Termindruck? Ist es so eine Art Reflex? Bekommt man das in irgend einer Fahrschule beigebracht?
Ich weiß es nicht, werde es wahrscheinlich auch nie verstehen.

Ralf

Es existieren 45 Kommentare für diesen Eintrag:

1
shizu schrieb:

@ Jan
Zeit kostet es vermutlich weniger, da geb ich dir recht. Selbst wenn man 500km am Stück hinter einem langsameren fährt bringt es nicht den Unterschied, aber ich kann es verstehen wenn ein Brummifahrer zB. von einem anderen LKW genervt ist, sei es wegen schwankenden Geschwindigkeiten, unsicherem Fahren etc.

2
Banger schrieb:

@Jan & shizu: es ist ja nicht mal unbedingt die Ökonomie oder ein genervter LKW-Fahrer, die ursächlich die “Elefantenrennen” begünstigen, sondern von den Speditionen so eng gesteckte Zeitpläne, dass 15 Minuten mehr Fahrzeit (und dem Rattenschwanz an “Verspätungen”, die infolge derer entstehen) schnell mal bedeuten können, dass man danach Gast bei der Agentur für Arbeit ist.

3
Marvin schrieb:

Ein Bekannter von mir, der jahrelang für Speditionen gefahren ist, hat die “Elefantenrennen” mal ganz einfach gerechtfertigt: “Irgendwas müssen wir doch machen, um auch nach 8 Stunden auf der Straße wach zu bleiben.”
Also will ich lieber 30 Sekunden hinter einem LKW hängen, oder durch einen unkonzentrierten Fahrer ggf. in einen schweren Unfall verwickelt werden?
Ich hab mittlerweile eine gewisse Kulanz für Truckerverhalten entwickelt. Immerhin sind das die Leute, die unter harten und härtesten Bedingungen einen Großteil unserer Infrastruktur bilden und sichern. Freiwillig.
Und davon mal abgesehen: Was bringt es (außer Spaß und ggf. Adrenalin) am Tage mit 180km/h oder mehr auf Autobahnen unterwegs zu sein? Wer 160km/h fährt spart Benzin/Verschleiß und wird den Zeitunterschied kaum wahrnehmen.
Und wer sich mit seiner Zeit für so wichtig hält, der kann auch ins Flugzeug steigen. Das ist schneller, teurer umweltschädlicher – perfekt!

4

@21 (Franz):
Permanentes Überholverbot fordern, aber später dann beschweren, dass man nicht mehr auf die Autobahn kommt, gelle??? :mrgreen:
Wenn alle LKW´s in Deutschland nur noch rechts fahren würden, hättest DU ein Problem, versprochen!

@30 (Jan):
Achso? 1 LKW darf ruhig unnötig Diesel verballern, sich die Bremsen abnutzen und sich seinen Kaffee von der Scheibe wischen, aber bei einem PKW ist das gleich eine Nötigung??? Alter Schwede, in welcher Scheinwelt lebst Du denn?

Wie lange fährst Du täglich Autobahn? 30min? 1 Stunde? vielleicht sogar 2Stunden?
Kannst Du Dich rein mental in die Situation hineindenken, 10 Stunden monoton mit ca der gleiche Geschwindigkeit auf der Autobahn zu fahren, und das 6 Tage die Woche????? Was frag ich, Dein Kommentar zeigt doch, dass Du es nicht kannst.

Hast Du auch nur einen blassen Schimmer davon wie das ist, eine Strecke von 650 km mit permanetem Geschwindigkeitsanpassen zu absolvieren? Keine Frage, die sogenannten Elefantenrennen sind nicht immer entspannend (weder für PKW, noch für LKW), aber dieser Job des Kraftfahrers ist mit Euch 5m-vor-die-eigene-Stossstange-Blickern schon stressig genug – warum soll ich mich in einer Kolonne eingliedern und ständig Bremsen/Beschleunigen, wenn ich gleichbleibend dran vorbeifahren kann? Erstens spart das monatlich richtig Diesel (somit umwelttechnisch sinnvoll), zweitens ist der Kraftfahrer wesentlich entspannter und auch zwei oder dreimal mehr bereit, für Euch mitzudenken, UND DRITTENS HABT IHR SOMIT DIE LÜCKEN, UM DIE AUTOBAHN VERLASSEN/BEFAHREN ZU KÖNNEN!

@33 (Marvin):
Wer nach 8 Stunden Probleme mit seinem Wachzustand hat, hat im Fuhrgewerbe nichts zu suchen!
Sollte dieser Bekannte von Dir diesen Spruch geäußert haben, richte ihm bitte einen schönen Gruß aus – er möge sich doch bitte im Interesse aller einen weniger Herzinfarktfördernen Job suchen und somit sicherstellen, dass er nicht das zweite Rammstein (nur mit einem LKW) produziert!

@all:
Alle, die sich hier (und woanders) so darüber aufgeilen, wie agressiv ein LKW-Fahrer fährt, sollten froh sein, dass es nur dumme Sprüche dessen sind!
Denn würde ein LKW so brutal/Agressiv unterwegs sein, hättet Ihr Nasen richtig derbe Probleme (und ein verdammt kurzes Leben).

5
Jan schrieb:

@34 Sven

Es geht hier nicht um die Monotonie des Berufs eines LKW-Fahrers!

Wieso verballert ein LKW unnötig Diesel / Bremsen wenn er genügend Abstand hält? Es sind bereits Systeme im Einsatz, die einen LKW auf einem konstanten Abstand zum Vordermann halten, umweltschonend. Ein Überholverbot für LKW ist somit theoretisch kein Problem mehr. Und in spätestens zehn Jahren ist es in Deutschland Praxis.

6

@35 (Jan):
Nicht der Beruf ist monoton (verdrehe mir bitte nicht meine Worte, sondern höre zu!), sondern stundenlange Fahrten auf der Autobahn.
Ein stetiges Beschleunigen und Abbremsen KANN garnicht umweltschonend sein, das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Selbst wenn der Vordermann eine konstante Geschwindigkeit hätte, würde das System vom LKW dahinter ständig regeln müssen, da Deutschlands Strassen nicht nur sturr geradeaus gehen, sondern auch noch Steigungen und Gefälle haben. Dieses System müsste voraus setzen, dass jeder LKW die gleiche Leistung, die gleiche Übersetzung, den gleichen cw-Wert, das gleiche Gewicht etc pp hat – ein Ding der Unmöglichkeit!
Die automatische Abstandskontrolle ist bestenfalls ein Hilfssystem, welches im letzten Moment eingreift – gägngige Praxis in 10 Jahren aber mit Sicherheit nicht (Wunschtraum).
Auch das permanente Überholverbot für LKW´s wird sich nie durchsetzen, da werden sich die LKW-Fahrer, die Automobilindustrie UND die Fuhrunternehmer schon für einsetzen – Versprochen!

7

Nachtrag:
Frage Dich doch bitte mal, warum die ganzen schweren Verkehrsunfälle immer erst dann passieren, wenn der Berufsverkehr mit PKW´s einsetzt!

Der Fernverkehr läuft Tag und Nacht, 24 Stunden am Tag, und das ohne nenneswerte Unfälle.
LKW´s unter sich kommen bestens miteinander aus – problematisch wird es immer erst dann, wenn die ganzen Alphatierchen sich hinzugesellen und auf der Autobahn wilde Sau spielen…..

8

So, und jetzt muss ich zur Arbeit (damit Leute wie Du auch zukünftig auf gut ausgebauten Autobahnen die LKW-Fahrer terrorisieren können) und die Baustellen mit dem versorgen, was dafür notwendig ist – Treibstoff.
Und den bringen übrigens auch die LKW-Fahrer zu den Tankstellen…..

9
filzer schrieb:

Hier in den Kommentaren wird das m.E. grösste Problem auf den deutschen Autobahnen deutlich: fehlende Rücksicht.

“Vorsicht und gegenseitige Rücksicht” pflegte mein Fahrlehrer zu sagen. Recht hatte er, und ich wünschte man könnte “Rücksicht nehmen” irgendwie in die Fahrprüfung mit einbauen. Die ganzen Raser, Spinner, Lichthuper, Rechtsfahrer, Blockierer, Elefantenrenner usw. usw., alle müssen an ihr Ziel! Dem Anderen seine Fehler zugestehen ist auf der Autobahn offensichtlich ein Riesenproblem.

Das ist meiner bescheidenen Meinung nach das Ergebnis unserer “unbeschränkten Freiheit” auf den deutschen Autobahnen, die die fehlende Geschwindigkeitsbegrenzung suggeriert. Wo man ohne Verbot so schnell fahren darf wie man will, darf man sich doch logischerweise auch sonst so benehmen wie man will…

Autobahnfahren in stärker reglementierten Ländern (also allen ausser DE) ist immer stressfreier als in Deutschland. Etwas weniger Stress würde uns allen guttun.

11

Darf ich mal ganz kurz oberlehrerhaft dazwischen funken? Bin auch sofort wieder weg… Es heißt der Lkw und es heißt ebenso die Lkw. Oder habt ihr schonmal eine Autobahn voller Lastkraftwagens oder Personenkraftwagens gesehen? Ich krieg jedes Mal ne Gänsehaut, wenn ich das höre oder lese. Ist ‘n Spleen, sorry.
Und weg…

12

@39 (filzer):
Beobachte doch mal bitte einen LKW im Strassenverkehr, und zwar aufmerksam, und versuche Dir gleichzeitig vorzustellen, dass Du der Fahrer des LKW´s bist.
Zähle jetzt mal bitte, wie oft ein LKW für PKW´s abbremst, OHNE dass er dazu gezwungen (genötigt) wird – vergleiche jetzt diese Situation mer der aus der Sicht des PKW-Fahrers; der ist doch allen Ernstes der festen Überzeugung, dass das ein LKW sogar müsse!

Bestes Beispiel Autobahnauffahrt: LKW´s versuchen meist die rechte Spur zu räumen, sobald irgendetwas auf die Bahn möchte – was aber macht der Großteil der PKW-Fahrer? RICHTISCH! “ISCH HAB VORFAHRT, SOLLA DOCH BREMSEN”.

Ein LKW, welcher die Richtung ändern will, ordnet sich frühzeitig dementsprechend ein – was aber macht die Krönung des fahrenden Volkes? Bis auf den letzten Millimeter nach vorne fahren, und dann schlagartig Blinker und reingedrückt.

Ein LKW, welcher in den fahrenden Bereich einfahren will, wartet brav ab, bis eine Lücke vorhanden ist.
Was macht die Spezies unter 3,5 Tonnen? Millimeter für Millimeter in den fließenden Verkehr einfahren, bis dieser zur Bremsung genötigt wird.

Und jetzt sage mir nochmal, dass der LKW-Fahrer selten/kaum/zu wenig Rücksicht nimmt…..

13
filzer schrieb:

@ sven: ich meine alle verkehrsteilnehmer ohne unterschied. allen würde mehr toleranz (und rücksicht) gut tun.

allerdings sind die berufsfahrer bestimmt diejenigen, die schon am rücksichtsvollsten unterwegs sind (allein schon um am leben zu bleiben ohne unfall/herzinfarkt)

14

@ filzer:
Wenn ich ehrlich bin, habe ich eigentlich keine Lust mehr ständig zurückzustecken, nur damit ein PKW-Fahrer mit seiner arroganten und verkehrsfeindlichen Fahrweise durchkommt.

Jeder macht mal Fehler, damit habe ich absolut kein Problem, aber mittlerweile entwickeln sich bei den PKW-Fahrern Marotten, welche ich nicht mehr lustig finde.

Der Job ist schon stressig genug, meistens schlecht bezahlt, und von der reinen Arbeitszeit will ich garnicht erst reden, aber es wird irgendwann der Punkt kommen, an welchem sich so manche PKW-Fahrer tierisch wundern werden, wenn der LKW (anders als sonst) draufhält! Was die meisten nicht verstehen: es ist ein enormer Unterschied, ob ich einen PKW steuere, oder einen LKW! Dann kommt noch hinzu, dass die meisten PKW-Fahrer mittlerweile Wenigfahrer sind und sich dementsprechend für ca. 2 Stunden im Strassenverkehr aufhalten – als LKW-Fahrer sind es täglich um die 10 bis 12 Stunden, und da kann irgendwann niemand mehr von einem LKW-Fahrer erwarten, dass er Verständnis für die zahlreichen und hirnlosen Aktionen von PKW-Fahrern hat, welche meist zulasten des LKW-Fahrers gehen.

Ich fahre täglich in und rund um Berlin – es hat bis heute nicht einen Tag gegeben, an welchem ich nicht am Liebsten jemandem die StVO ins Gesicht geschmissen hätte.

Der PKW-Führerschein ist viel zu einfach zu erhalten, steht viel zu selten wirklich in Gefahr – ganz im Gegensatz zu dem LKW-Führerschein.
Anstatt immer auf den LKW-Fahrer wegen dem Überholen einzuprügeln, sollten lieber erstmal die zahlreichen Verstösse der PKW-Fahrer drastisch geahndet werden, welche in Zahl, Gefährlichkeit, Arroganz, Selbstüberschätzung und Strafrelevanz in ganz anderen Kategorien wiederzufinden sind, als die der LKW-Fahrer!
Vorher wird das in diesem Lande eh nichts mit mehr Füreinander, denn was hat denn der PKW-Fahrer bis heute großartig zu befürchten???

Elefantenrennen sind verboten – sieht mich dabei auch nur ein Streifenwagen, bin ich gleich Mode.
Was passiert aber einem PKW-Fahrer, welcher mit 100 km/h auf die linke Spur zum Überholen zieht? Nichts! Schonmal auf der Autobahn von 250 km/h auf 100 km/h ausgebremst worden, und das auf der linken Spur? Das ist tausendmal gefährlicher, als wenn ein LKW 90 statt 80 km/h fährt, oder aber beim Überholen für 30 Sekunden auf der mittleren Spur verbringt etc pp.
Das Rechtsfahrgebot ist ebenso eine feste Vorschrift, aber was passiert denn einem PKW-Fahrer, wenn er diese Vorschrift missachtet??? Nichts! Selbst unsere Ordnungshüter fahren teilweise stundenlang Mittelspur!

DAS sind wirklich wichtige Ansätze, um das Füreinander erträglicher für beide Seiten zu machen – ständig die LKW´s einzuschränken und noch weiter zu maßregeln mit dummen Gesetzen ist scheinheilig und verachtend…

15
Ralf schrieb:

@Muschelschubserin: Ich hab gestern ne Schubskarre voller Bratswürste und Bratskartoffeln gegessen. Hab ich auf Essensmarke bekommen.

Das angehängte S an Abkürzungen bei der Pluralform setzt sich mehr und mehr durch. Ich denke es entstammt den englischsprachigen Raum. So wie bei DVD/DVDs oder PC/PCs.